"Übergangsmöglichkeit"

Gönner: AKW Neckarwestheim soll länger laufen

Baden-Württembergs Umweltministerin Tanja Gönner (CDU) rechnet mit einer Laufzeitverlängerung für das AKW Neckarwestheim. Das Kernkraftwerk müsste eigentlich im Frühjahr vom Netz gehen, Gönner hofft jedoch auf eine Übergangslösung bis zu Vorlage des neuen Energiekonzeptes.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Stuttgart (ddp-bwb/red) - Sie sei "optimistisch", dass für den Atommeiler eine "Übergangsmöglichkeit" gefunden werde, bis das Energiekonzept der Bundesregierung vorliege, sagte Gönner am Dienstag in Stuttgart. Dann solle Neckarwestheim in einen "fairen Wettbewerb" unter Berücksichtigung von Sicherheitsaspekten mit anderen Atomstandorten treten können.

Wie lange der Reaktor noch am Netz bleiben könnte, wollte Gönner nicht abschätzen. Für die Übergangslösung gebe es "verschiedene Möglichkeiten", fügte die Ministerin hinzu. Sie wollte sich jedoch nicht konkret zu den Varianten äußern.

Gabriel lehnte Laufzeitverlängerung 2008 ab

Die Reststrommenge von Neckarwestheim I ist voraussichtlich in den kommenden Monaten aufgebraucht. Der Reaktor war 1976 in Betrieb genommen worden und ist der zweitälteste Atommeiler in Deutschland.

Im Juni 2008 lehnte der damalige Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) die von Betreiber EnBW beantragte Laufzeitverlängerung für den Reaktor "aus Sicherheitsgründen" ab. Ziel von EnBW war eine Verlängerung der Laufzeit von Neckarwestheim I bis 2017, wobei Strommengen vom jüngeren Reaktor Neckarwestheim II auf den älteren Block I übertragen werden sollten.