Strom-News
"Übergangsmöglichkeit"Baden-Württembergs Umweltministerin Tanja Gönner (CDU) rechnet mit einer Laufzeitverlängerung für das AKW Neckarwestheim. Das Kernkraftwerk müsste eigentlich im Frühjahr vom Netz gehen, Gönner hofft jedoch auf eine Übergangslösung bis zu Vorlage des neuen Energiekonzeptes.
Stuttgart (ddp-bwb/red) - Sie sei "optimistisch", dass für den Atommeiler eine "Übergangsmöglichkeit" gefunden werde, bis das Energiekonzept der Bundesregierung vorliege, sagte Gönner am Dienstag in Stuttgart. Dann solle Neckarwestheim in einen "fairen Wettbewerb" unter Berücksichtigung von Sicherheitsaspekten mit anderen Atomstandorten treten können.
Wie lange der Reaktor noch am Netz bleiben könnte, wollte Gönner nicht abschätzen. Für die Übergangslösung gebe es "verschiedene Möglichkeiten", fügte die Ministerin hinzu. Sie wollte sich jedoch nicht konkret zu den Varianten äußern.
Die Reststrommenge von Neckarwestheim I ist voraussichtlich in den kommenden Monaten aufgebraucht. Der Reaktor war 1976 in Betrieb genommen worden und ist der zweitälteste Atommeiler in Deutschland.
Im Juni 2008 lehnte der damalige Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) die von Betreiber EnBW beantragte Laufzeitverlängerung für den Reaktor "aus Sicherheitsgründen" ab. Ziel von EnBW war eine Verlängerung der Laufzeit von Neckarwestheim I bis 2017, wobei Strommengen vom jüngeren Reaktor Neckarwestheim II auf den älteren Block I übertragen werden sollten.
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Eine Laufzeitverlängerung der 17 deutschen Atomkraftwerke auf 60 Jahre könnte die Stromrechnung der privaten Verbraucher bis zum Jahr 2030 um rund 60 Milliarden Euro entlasten, wie eine aktuelle Studie zeigt. Kritiker erinnern jedoch daran, wie viel Geld die Steuerzahler für das marode Atommülllager Asse aufbringen muss.
Bundeswirtschaftsminister Brüderle stellt im Falle von längeren Laufzeiten für Atomkraftwerke Bedingungen. Die Bundesregierung wolle "mindestens die Hälfte der zusätzlichen Gewinne, die die Unternehmen aufgrund der Laufzeitverlängerung erzielen", abschöpfen, sagte er dem Handelsblatt.
Umweltminister Röttgen hat erste Gespräche mit den Atomkonzernen zur Verlängerung der Atomlaufzeiten geführt. Erste Gespräche hätten "Anfang Januar begonnen", sagte Röttgens Sprecherin der "Financial Times Deutschland". Bayerns Umweltminsiter Söder fordert, dass die Länder an den Gewinnen der AKW-Betreiber beteiligt werden.
Merkel hat sich um Streit um die Rücknahme des Atomausstiegs auf die Seite der Energiewirtschaft gestellt. "Wir werden die Verlängerung der Laufzeiten umsetzen", sagte sie dem "Handelsblatt". Dies sei "Teil des geplanten energiepolitischen Gesamtkonzepts, das ja von der deutschen Industrie auch immer wieder angemahnt worden ist".
Der neue Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) will Zusatzgewinne der Energiekonzerne durch eine Verlängerung der Laufzeiten von Atomkraftwerken einkassieren. Die Profite aus längeren AKW-Laufzeiten sollen zumindest teilweise in den Ausbau erneuerbarer Energien investiert werden.Strompreise vergleichen
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