Kehrtwende

Glos: Zuteilung von Emissionszertifikaten neu regeln

Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) schließt eine Versteigerung von Emissionszertifikaten nicht länger aus. Sein Ministerium sei gerade dabei, die bisherige Linie in dieser Frage zu überdenken, kündigte der Minister in einem Zeitungsgespräch an.

Netzausbau Ökostrom© Gina Sanders / Fotolia.com

Düsseldorf (ddp). "Wenn man den Marktpreis als die ausschlaggebende Größe beim Zertifikatehandel akzeptiert, spricht nichts dagegen, künftig Zertifikate im Stromsektor zu verkaufen oder zu versteigern", sagte Glos dem "Handelsblatt". Bislang hatte Glos die Versteigerung rigoros abgelehnt. Die Richtlinien der EU erlauben es, in der 2008 beginnenden Handelsperiode bis zu zehn Prozent der Zertifikate zu versteigern. In Union und SPD gibt es eine wachsende Zahl von Abgeordneten, die eine Versteigerung befürworten.

Bisher werden den am Emissionshandel teilnehmenden Unternehmen die Zertifikate, die zur Emission von Kohlendioxid berechtigen, kostenlos zur Verfügung gestellt. Allerdings werden die Zertifikate an der Leipziger Strombörse EEX gehandelt. Wer die ihm zugeteilten Zertifikate nicht komplett benötigt, kann überzählige Papiere an Unternehmen verkaufen, die mit ihren Zertifikaten nicht auskommen. So erhalten die Zertifikate einen Börsenpreis.

Die Energiekonzerne stellen ihren Kunden die für die Stromherstellung eingesetzten, kostenlos zugeteilten Zertifikate zum jeweiligen Marktpreis in Rechnung und erzielen so Milliardengewinne. Müssten sie die Zertifikate ersteigern, würden sie die Ersteigerungskosten ihren Kunden zwar ebenfalls in Rechnung stellen, hätten aber auch tatsächlich Geld für die Zertifikate ausgegeben.