KWK-Strom verdoppeln

Glos wirbt für Regierungskonzept bei Kraft-Wärme-Kopplung

Der Anteil der Stromerzeugung aus Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) soll nach dem Willen der großen Koalition bis 2020 auf etwa 25 Prozent verdoppelt werden. Dazu plant die Bundesregierung, KWK-Anlagen und Wärmenetze mit jährlich bis zu 750 Millionen Euro zu fördern.

Netzausbau© Günter Menzl / Fotolia.com

Berlin (ddp/sm) - Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) betonte bei der ersten Lesung des Regierungsentwurfs, durch zusätzliche Flexibilität bei den Förderbedingungen werde es möglich, "mit dem gleichen Geld mehr Investitionen in Kraft-Wärme-Kopplung auszulösen".

Glos bezeichnete den Regierungsentwurf als wichtigen Baustein des vom Bundeskabinett im vergangenen Jahr beschlossenen Klimaschutzpaketes. Er mahnte zugleich, Klimaschutz müsse auch "zu bezahlbaren Preisen möglich" sein. Notwendig sei ein Weg, der Verbrauchern und Unternehmen geringst mögliche Lasten auferlege.

Regierungspläne zur KWK-Förderung

Geplant ist unter anderem, ausschließlich den Bau von hocheffizienten Neuanlagen und Modernisierungen zu fördern. Ferner soll die Markteinführung der Brennstoffzelle sowie der Aus- und Neubau von Wärmenetzen unterstützt werden, in die Wärme aus KWK-Anlagen eingespeist wird. Auch ist die Einführung eines Herkunftsnachweises für Strom vorgesehen, der aus Kraft-Wärme-Kopplung produziert wird.

Grundlage der KWK-Förderung soll wie bisher ein Zuschlag sein, den der Netzbetreiber zahlen muss und auf die Endverbraucher umlegen kann. Neben Wärmenetzen und KWK-Strom für das allgemeine Stromnetz soll auch KWK-Strom gefördert werden, den ein gewerbliches Unternehmen für den Eigenbedarf erzeugt. Die Förderung soll neue und modernisierte KWK-Anlagen umfassen, die bis Ende 2014 ihren Dauerbetrieb aufgenommen haben, sowie neue oder ausgebaute Wärmenetze, die bis Ende 2020 mit dem Dauerbetrieb begonnen haben.

KWK-Anlagen mit einer elektrischen Leistung von mehr als 50 Kilowatt sollen sechs Jahre lang gefördert werden, wobei die Förderung auf maximal 30 000 Vollbenutzungsstunden begrenzt wird. Bei kleinen KWK-Anlagen mit bis zu zwei Megawatt Leistung soll der Zuschlag 2,1 Cent pro Kilowattstunde betragen und bei größeren Anlagen 1,5 Cent pro Kilowattstunde. Wird ein gewerbliches Unternehmen mit eigenem KWK-Strom versorgt, sollen diese Förderzuschläge allmählich abnehmen. KWK-Anlagen mit bis zu 50 Kilowatt Leistung erhalten nach den Regierungsplänen acht Jahre lang einen nach dem Jahr der Inbetriebnahme gestaffelten, konstanten Zuschlag.

Die Förderung von Wärmenetzen soll vom Durchmesser der Wärmeleitung abhängig sein und insgesamt höchstens fünf Millionen Euro sowie maximal 20 Prozent der förderfähigen Investitionskosten betragen. Brennstoffzellenanlagen werden zehn Jahre lang mit einem gleichbleibenden Fördersatz von 5,11 Cent pro Kilowattstunde gefördert.

Nach Einschätzung der Bundesregierung wird sich die Höhe der künftigen Umlage etwa auf dem Niveau der KWK-Umlagehöhe im Durchschnitt der vergangenen zwei Jahre bewegen. Daher erwartet sie keine Preiserhöhungen für die Verbraucher.