Anreize zum Energiesparen

Glos will Verwendung von AKW-Gewinnen gesetzlich regeln

Die Atomkraftwerksbetreiber sollen nach den Vorstellungen von Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) ihre Mehreinnahmen aus einer möglichen Verlängerung der Kraftwerkslaufzeiten für die Förderung Erneuerbarer Energien und zur Entlastung der Stromsteuerzahler einsetzen. Dies könne gesetzlich geregelt werden.

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Berlin (ddp/sm) - "Wenn wir das Gesetz über die Restlaufzeiten ändern, haben wir durchaus die Chance, gemeinsam mit den Atomkraftwerksbetreibern festzulegen, welcher Anteil an den zusätzlichen Einnahmen aus dem Weiterbetrieb beispielsweise zur verstärkten Förderung erneuerbarer Energien zur Verfügung gestellt wird", sagte Glos der Zeitung "Die Welt". "Eine Idee ist zum Beispiel, dass Einnahmen durch längere Laufzeiten der Kernkraftwerke den Stromverbrauchern zugute kommen, beispielsweise durch finanzielle Anreize zum Energiesparen."

Die Bundrepublik sei der viertgrößte Gas- und der fünftgrößte Ölverbraucher der Welt, sagte Glos. Bei einem Verzicht auf die Kernenergie werde sie zum Preistreiber auf den internationalen Energiemärkten.

Die hohen Energiepreise könnten zudem zu einer Senkung der Wachstumsprognose für 2008 führen. "Viel wird natürlich davon abhängen, wie sich die Energie- und Nahrungsmittelpreise weiterentwickeln und wie sich das im weiteren Verlauf im allgemeinen Preisniveau und damit beim privaten Verbrauch niederschlägt", sagte Glos. Bei seiner nächsten Prognose werde er im Oktober falls nötig, entsprechende Anpassungen vornehmen. Derzeit rechnet die Regierung für 2008 mit einem Wirtschaftswachstum von 1,7 Prozent.