Gegenmeinung

Glos widerspricht Tiefensee bei Klimazielen für Airlines

Die Einbeziehung des Flugverkehrs in den Emissionshandel ist in der Bundesregierung noch keine beschlossene Sache. In einer Stellungnahme warnt Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) davor, europäische Fluggesellschaften über eine Ausweitung der Klimaschutzregeln einseitig zu belasten.

Netzausbau Ökostrom© Gina Sanders / Fotolia.com

Düsseldorf/Leipzig (ddp/sm) - "Es ist noch völlig offen, ob der Luftverkehr sinnvoll in den Emissionshandel einbezogen werden kann", betont Glos im Düsseldorfer "Handelsblatt.

Damit distanziert sich Glos von einer Ankündigung seines Kabinettskollegen, Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD). Dieser hatte dem "Handelsblatt" zuvor gesagt, die Bundesregierung wolle entsprechende Pläne während ihrer EU-Ratspräsidentschaft im ersten Halbjahr 2007 voranbringen.

Die EU-Kommission will noch im Dezember einen Richtlinienentwurf zur Einbeziehung des Flugverkehrs in den Emissionshandel vorlegen. Bisher müssen nur Industrie und Energiewirtschaft ihren Kohlendioxid-Ausstoß über Emissionszertifikate abdecken. Umstritten ist nun vor allem, wie sich Airlines aus Drittstaaten erfassen lassen, die europäische Ziele anfliegen.

Auch der Europaabgeordnete Christoph Konrad (CDU) warnte vor einer Ausweitung des Emissionshandels auf den Luftverkehr. "Es drohen Wettbewerbsnachteile im Passagier- und Frachtverkehr", sagte Konrad der "Leipziger Volkszeitung". Als Folge könnten Flughäfen wie der in Dubai als Konkurrenz zu Leipzig/Halle, Köln, Frankfurt/Main und München stärker ausgebaut werden, warnte der Wettbewerbsexperte.