Wettbewerbsfähigkeit gefährdet

Glos warnt Stromkonzerne vor Preiserhöhungen

Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) hat die großen Energiekonzerne vor weiteren Strompreiserhöhungen gewarnt. "Ich kann die Unternehmen nur zu Preisdisziplin auffordern", sagte Glos der "Saarbrücker Zeitung". Inzwischen haben sich E.ON und RWE zurückhaltend zu den gestern gemeldeten Erhöhungen geäußert.

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com

Saarbrücken/Essen/Düsseldorf (ddp/sm) - Glos empfahl den Kunden, den Wettbewerb im Strommarkt zu nutzen und zu günstigeren Anbietern zu wechseln. Die hohen Strompreise würden bereits die internationale Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Unternehmen gefährden und die privaten Haushalte belasten. Er sei sich daher sicher, so der Minister weiter, dass die Wirtschaftsminister der Länder entsprechende Anträge der Versorger auf Preiserhöhungen "sehr genau prüfen werden, um ungerechtfertigte Preissteigerungen zu unterbinden". Das sei ja auch im letzten Jahr bereits geschehen.

Die großen deutsche Stromversorger E.ON und RWE haben noch nicht über Preiserhöhungen zum Jahreswechsel entschieden. Dies teilten Sprecher der zuständigen Tochterunternehmen E.ON Energie AG und RWE Energy AG am Mittwoch auf ddp-Anfrage mit. Derzeit könnten die Preise noch nicht kalkuliert werden. Größter Unsicherheitsfaktor seien die künftigen Netzgebühren, hieß es übereinstimmend. Die Bundesnetzagentur will erste Kostenentscheide für RWE und E.ON in Kürze veröffentlichen.

Die "Süddeutsche Zeitung" hatte gestern von möglicherweise kräftigen Preiserhöhungen zum Jahreswechsel berichtet. Bei RWE müssten sich viele Kunden darauf einstellen, dass sich ihr Strom einschließlich der künftig höheren Mehrwertsteuer um insgesamt elf Prozent verteuere. Nach Informationen der Zeitung aus dem Konzern wollen große regionale RWE-Versorger entsprechende Anträge stellen.

Ein Sprecher der Vertriebsgesellschaft RWE Energy wies dies als "reine Spekulation" zurück. Es seien noch keinerlei Entscheidungen gefallen. Neben den Netzentgelten seien die Folgen der Mehrwertsteueranhebung und auch die künftigen Beschaffungspreise auf der Großhandelsseite noch weitere Unsicherheitsfaktoren.

Bei der E.ON Energie AG erklärte ein Sprecher, dass bisher noch keiner der sieben Regionalversorger des Konzerns einen Antrag auf Preiserhöhung zum 1. Januar 2007 gestellt habe. Die derzeitigen Preisausschläge an der Energiebörse EEX wirkten sich nicht unmittelbar auf die Preise für Haushaltskunden aus.