Atomkraft

Glos und Schavan für längere AKW-Laufzeiten (Upd.)

Bundeswirtschaftsminister Glos dringt trotz des Widerstands der SPD auf Korrekturen am bislang geplanten Atomausstieg. Die Laufzeiten sicherer Kernkraftwerke müssten verlängert werden. Auch Bundeswissenschaftsministerin Schavan will an Atomtechnologie als "Brückentechnologie" festhalten.

Stromtarife© Andre Bonn / Fotolia.com

München/Passau (ddp-bay/sm) - Ohne Kernkraftwerke entstehe eine "Lücke" bei der Stromerzeugung, die zwangsläufig durch fossile Energien geschlossen werden müsse, so Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) in einem Beitrag für die CSU-Zeitung "Bayernkurier".

Glos warnte: "Für den Klimaschutz wäre das fatal." Denn für den vollständigen Ersatz der Kernkraft durch fossile Energien "würden jährlich rund 110 Millionen Tonnen CO2 zusätzlich anfallen - etwa ein Siebtel unserer heutigen Emissionen". Diesen Zusammenhang übersehe Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD), "wenn er zum einen sehr hohe Klimaschutzziele für Deutschland fordert, gleichzeitig aber aus der CO2-freien Kernenergie aussteigen will".

Auch Bundeswissenschaftsministerin Annette Schavan (CDU) hat sich gegen einen schnellen Ausstieg aus der Atomtechnologie ausgesprochen. Im Vorfeld des Gipfels zur Klimaforschung sagte sie der "Passauer Neuen Presse" (Donnerstagausgabe): "Die Atomenergie wird als 'Brückentechnologie' Bedeutung haben, solange wir nicht genügend Energie einsparen und fossile sowie erneuerbare Energiequellen nicht ausreichen."

Zwar habe Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) erklärt, dass Kernkraft nicht die Antwort auf den Klimawandel sei, betonte Schavan. "Ich sage: Es hat aber noch niemand eine Antwort darauf gegeben, ob sich die Klimaziele ohne Kernkraft erreichen lassen." Dieses Thema sei zwischen Union und SPD in der Koalition umstritten. "Aber die Stunde der Wahrheit wird eines Tages kommen", fügte die CDU-Politikerin hinzu. Jetzt gehe es vor allem darum, dass Deutschland seine Kompetenzen zum Beispiel im Bereich von Reaktorsicherheit und Endlagerforschung nicht verliere.