Demokratie

Glos sieht derzeit keine Mehrheit für Rücknahme des Atomausstiegs

Wirtschaftsminister Michael Glos will erst auf dem Energiegipfel bei Kanzlerin Merkel im April "nüchtern und sachlich" über einen Kompromiss im Atomstreit zwischen Union und SPD beraten. Vorher sieht er keine Mehrheit für eine Rücknahme des Ausstiegs im Bundestag.

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München (ddp/sm) - Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) versucht, aus dem Atomstreit mit der SPD die Schärfe zu nehmen. "In einer Demokratie entscheiden Mehrheiten. Und im Augenblick gibt es keine Mehrheit für eine Rücknahme des Ausstiegs im Bundestag. Das sehe ich nüchtern-realistisch", sagte der Wirtschaftsminister dem "Münchner Merkur" (Montagausgabe). Man müsse auf dem Energiegipfel im April "nüchtern und sachlich" nach einer Lösung zwischen den Koalitionspartnern suchen.

In der Sache hält Glos aber an einer längeren Laufzeit deutscher Kernkraftwerke fest. Zugleich verwies er auf einen Bewusstseinswandel in der Bevölkerung. "56 Prozent der Deutschen sind inzwischen dafür, dass die Bundesregierung den Ausstieg überdenkt", sagte er unter Berufung auf eine Infratest-Umfrage. "In der Atomdiskussion beginnt sich allmählich die wirtschaftspolitische Vernunft durchzusetzen", fügte er hinzu.