Ölpreisbindung nicht abschaffen

Glos lehnt staatlichen Eingriff beim Gaspreis ab

Bundeswirtschaftsminister Glos lehnt einen Eingriff des Staates zur Senkung der Gaspreise ab. Auch bei einer Abschaffung der Bindung des Gaspreises an den Ölpreis werde Gas teuer, sagte Glos der "Wirtschaftswoche". Stattdessen müsse man Energie sparen und auf Energieeffizienz setzen.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Düsseldorf (ddp.djn/sm) - "Die Ölpreisbindung ist in allererster Linie in internationalen Lieferverträgen zwischen ausländischen Gasproduzenten und deutschen Importeuren geregelt. Die Bundesregierung kann hier nicht eingreifen", betonte Glos.

Ein Eingriff habe aber auch gar keinen Sinn, betonte der Minister. "Auch ohne vertraglich vereinbarte Ölpreisbindung wird sich der Gaspreis mittelfristig immer auch an der Höhe des Ölpreises orientieren", sagte er. Gas sei schließlich nur ein Ersatz für Öl und andere Brennstoffe. "Beispiele wie der britische Markt zeigen, dass andere Preisbildungsformen, etwa eine börsenorientierte Preisbildung, zu deutlich höheren Preissteigerungen als eine Ölpreisbindung führen können", sagte Glos.

Deutschland könne sich vor steigenden Energiepreise nur schützen, wenn es sich weniger abhängig von Importen mache, Energie spare und effizienter einsetze sowie stärker auf erneuerbare Energien setze, sagte Glos. Zugleich erneuerte der Minister die Forderung, die Laufzeiten der Atomkraftwerke zu verlängern. "Den steigenden Strompreisen ist am besten zu begegnen, indem wir endlich den Beschluss revidieren, unsere technisch sicheren Kernkraftwerke vor der Zeit abzuschalten", sagte er.