Dirigismus

Glos kritisiert Wirtschaftsprotektionismus

In Spanien wehrt sich die Regierung gegen die Übernahme des heimischen Energiekonzerns Endesa durch E.ON, in Frankreich wurde eine Fusion innerhalb gleich angeordnet. In Europa scheint Wirtschaftsprotektionismus wieder modern zu werden, ganz zum Missfallen des Wirtschaftsministers.

Netzausbau Ökostrom© Gina Sanders / Fotolia.com

Düsseldorf (ddp.djn/sm) - Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) hat sich in scharfer Form gegen den zunehmenden Wirtschaftprotektionismus in der Europäischen Union gewandt. Statt "industriellem Patriotismus" sei die Marktwirtschaft die richtige Antwort auf die Globalisierung, heißt es in einem dem "Handelsblatt" (Donnerstagausgabe) vorliegenden Text einer Rede, die Glos am Donnerstag auf einem DIHK-Forum zur Außenwirtschaft halten will.

"Dirigismus, Zwangsfusionen und die Abwehr ausländischer Investoren gehören für mich nicht zum marktwirtschaftlichen Instrumentenkasten", heißt es weiter.

Glos spielt damit offenbar auf den spanischen Widerstand gegen eine Übernahme des Energiekonzerns Endesa durch E.ON sowie die von der französischen Regierung angeordnete Fusion von Gaz de France und Suez an. Ausdrücklich verweist der Wirtschaftsminister im Gegensatz zu dem Vorgehen der EU-Partner auf Deutschland. Hier gebe es positive Beispiele etwa durch den Einstieg indischer Firmen. "Ins Trudeln geratene deutsche Traditionsunternehmen haben durch das indische Engagement wieder Tritt gefasst."