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Glos kritisiert spanische Regierung im Fall E.ON und Endesa

Sowohl Wirtschaftsminister Glos als auch EU-Industriekommissar Verheugen sparten nicht mit Kritik an der spanischen Regierung. Es sei "nicht in Ordnung", wie mit E.ON umgegangen worden sei. Die Spanier hätten eine spanische Lösung gewollt und den Prozess künstlich in die Länge gezogen.

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com

Würzburg/Düsseldorf (ddp/sm) - Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) hat heftige Kritik an der spanischen Regierung wegen ihres Verhaltens bei der gescheiterten Übernahme des spanischen Versorgers Endesa durch den Düsseldorfer Energieriesen E.ON geübt. "Ich finde es nicht in Ordnung, wie mit E.ON umgegangen worden ist. Es ist ein Beispiel, wie man es in der Europäischen Union nicht machen sollte", sagte Glos am Freitag bei einem Treffen der europäischen Wirtschaftsminister in Würzburg. Der spanischen Regierung sei es durch ihr Verhalten gelungen, den Prozess in die Länge zu ziehen. Unterstützung erhielt Glos von EU-Industriekommissar Günter Verheugen.

Im monatelangen Übernahmekampf des E.ON-Konzerns um Endesa waren dem deutschen Energieriesen von der spanischen Regierung, die offensichtlich eine spanische Lösung favorisiert hatte, immer wieder Steine in den Weg gelegt worden, obwohl die EU bereits grünes Licht für eine Übernahme gegeben hatte. Eine Übernahme von Endesa durch E.ON wurde schließlich durch die spanische Acciona-Gruppe und den italienischen Energiekonzern Enel verhindert, die das Unternehmen gemeinsam übernehmen wollen. E.ON erhält lediglich einige Bereiche von Endesa.