Gutachten

Glos greift Förderung von Ökostrom an

Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) will die Förderung der erneuerbaren Energien überprüfen. Laut einem Gutachten könnten Technologien wie die Stromerzeugung aus Klärgas und Deponiegas aus dem EEG gestrichen werden, auch bei Offshore-Windkraft wird ein behutsameres Vorgehen empfohlen.

Stromtarife© Andre Bonn / Fotolia.com

Berlin (ddp/sm) - Ein von ihm in Auftrag gegebenes Gutachten komme zu dem Ergebnis, dass die Förderung der Stromproduktion aus Wind, Sonne, Wasser und Biomasse an einigen Stellen erheblich reformiert werden müsse, berichtet das Düsseldorfer "Handelsblatt" (Donnerstagausgabe) unter Berufung auf das Papier.

Der Ökostrom wird durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) gefördert. Die Anlagenbetreiber erhalten für Ökostrom, den sie ins öffentliche Netz einspeisen, Vergütungen, die zum Teil erheblich über den Marktpreisen liegen. Das Gesetz legt die Kosten auf die Verbraucher um. Union und SPD haben sich darauf verständigt, die EEG-Förderung zu überprüfen.

Das vom Leipziger Institut für Energetik und Umwelt gemeinsam mit dem Prognos-Institut erstellte Gutachten empfehle, an mehreren Stellschrauben zu drehen. So sei etwa die Stromerzeugung aus Klärgas und Deponiegas "von den Vergütungen durch das EEG nicht abhängig". Daher könnten diese Technologien aus dem EEG gestrichen werden. Dagegen rieten die Autoren dazu, die Vergütung für kleine, neu errichtete Wasserkraftwerke anzuheben. Die Gutachter wollen zudem etwa die Dauer der Vergütung für Geothermieanlagen anheben und für Grubengasanlagen senken. Für auf dem Land installierte Windkraftanlagen sähen die Autoren der Studie schwindende Effizienzsteigerungspotenziale.

Auch bei der Nutzung der Windkraft auf hoher See mahnen die Gutachter zu behutsamem Vorgehen: Man solle so lange mit dem Einsetzen der Degression warten, "bis mehrjährige Betriebserfahrungen mit mehreren Anlagen vorliegen". Die Bundesregierung misse der Nutzung von Windkraft auf hoher See große Bedeutung bei. Bislang seien aber noch keine Anlagen ans Netz gegangen.

Insgesamt haben die erneuerbaren Energien in den vergangenen Jahren deutlich zugelegt. Mittlerweile liegt ihr Anteil an der Stromproduktion bei rund elf Prozent.