Einsicht statt Gesetz

Glos fordert von Energiekonzernen mehr Transparenz an Strombörse

Wirtschaftsminister Michael Glos geht davon aus, dass sich die großen Marktteilnehmer "einsichtig" zeigen und die Transparenz an der Leipziger Strombörse von sich aus erhöhen. So sollen sie für alle Marktteilnehmer u.a. nachvollziehbar darstellen, wann sie dem Markt Kapazitäten entziehen.

Netzausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Düsseldorf (ddp.djn/sm) - Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) verlangt von den Energiekonzernen mehr Transparenz an der Leipziger Strombörse. "Es mangelt dort an Transparenz. Ich werde die Stromerzeuger dazu auffordern, daran etwas zu ändern", sagte er dem "Handelsblatt" (Mittwochausgabe) mit Blick auf die wiederholte Kritik von Experten, dass dort die Preise künstlich hochgehalten würden.

Es wäre zum Beispiel schon sehr hilfreich, wenn die Kraftwerksbetreiber für alle Marktteilnehmer nachvollziehbar darstellen würden, wann sie dem Markt Kapazitäten entziehen, sagte Glos dem Blatt. Das beuge "irrationalen Preisausschlägen vor". Er wolle die Akteure jedoch nicht per Gesetz zu mehr Transparenz verpflichten. "Ich setze auf die Einsichtsfähigkeit der Marktteilnehmer", sagte Glos. Die hohen Preise an der Leipziger Strombörse sind laut Experten ein wesentlicher Grund für die stark gestiegenen Preise auch für Verbraucher.