Investitionsstau

Glos fordert Stromkunden zum Anbieterwechsel auf

Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) appelliert an die Stromverbraucher, auf überhöhte Strompreise mit einem Wechsel des Anbieters zu reagieren. Der Minister kündigte gegenüber dem Düsseldorfer "Handelsblatt" an, er werde den Kunden diesen Schritt weiter erleichtern.

Netzausbau Ökostrom© Gina Sanders / Fotolia.com

Düsseldorf (ddp/sm) - "Mein Eindruck ist, dass die privaten Verbraucher noch nicht in vollem Umfang von ihren Möglichkeiten Gebrauch machen. Die Wechselbereitschaft ist nicht groß genug", sagte Glos.

Glos übte scharfe Kritik an den deutschen Energiekonzernen. Es werde höchste Zeit, dass die vier großen Energiekonzerne ihre Zusagen auch einhalten, sagte Glos mit Blick auf den Investitionsstau im Kraftwerksbau. Die begrenzte Erzeugungskapazität gehöre zu den Hauptursachen für die hohen Strompreise. Die Energiekonzerne hätten zuletzt auf dem Energiegipfel im April konkrete Zusagen gemacht. "Ich muss aber leider feststellen, dass die Investitionen noch nicht in dem versprochenen Umfang auf den Weg gebracht wurden", sagte Glos.

Der Minister appellierte zugleich an neue Marktteilnehmer, Kraftwerke in Deutschland zu bauen. "Wir sind sehr daran interessiert, dass es mehr Stromerzeugung in Deutschland gibt. Ich garantiere jedem Investor, dass ich für einen diskriminierungsfreien Zugang zum Stromnetz der etablierten Anbieter sorgen werde." Glos räumte ein, es gebe Beschwerden von Newcomern, die Diskriminierungen beklagten. "Im Detail gibt es da sicher noch Handlungsbedarf. Die entsprechende Verordnung, die für Abhilfe sorgen wird, haben wir bereits in Arbeit", betonte der Minister.