Mehr Zertifikate

Glos fordert Ausgleich für Mehr-Emissionen durch Atomausstieg

Der Ausstieg aus der Kernenergie wird die CO2-Emissionen Deutschlands erhöhen. Daher fordert Bundesumweltminister Michael Glos von der EU einen Ausgleich: Für diese Mehr-Emissionen sollen entsprechend mehr Emissionszertifikate zur Verfügung gestellt werden.

Netzausbau Ökostrom© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (red) - Glos habe Bundesumweltminister Sigmar Gabriel in einem Schreiben aufgefordert, sich bei den Verhandlungen mit der EU-Kommission dafür einzusetzen, dass die durch den Atomausstieg verursachten Mehr-Emissionen im Gesamtbudget des Emissionshandels berücksichtigt werden, berichtet das Handelsblatt.

Auch Schweden hatte bei den Verhandlungen zum Kyoto-Protokoll durchsetzen können, dass sie aufgrund des Ausstiegs aus der Kernenergie ihre Emissionen von 1990 bis 2012 sogar um vier Prozent erhöhen durften, während Deutschland seine Emissionen in diesem Zeitraum um 21 reduzieren soll, schreibt das Blatt weiter.

Ziel der EU ist es, die CO2-Emissionen bis 2020 um 20 Prozent zu reduzieren. Nun wird darüber verhandelt, welchen Beitrag jedes Mitgliedsland dazu beitragen soll. Da sei es nur gerecht, dass Deutschlands Sonderweg des Atomausstiegs "durch eine Aufstockung des Emissionshandelsbudgets" Rechnung getragen wird, so das Handelsblatt weiter. Um den derzeit atomar erzeugten Strom mit dem derzeitigen Energiemix zu produzieren, würden jährlich 150 Millionen Tonnen CO2 ausgestoßen. Die höhere Nachfrage nach Zertifikaten erhöhe deren Preise. Daher sollen, so Glos, entsprechend mehr Emissionszertifikate auf dem Markt zur Verfügung stehen.

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