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Gipfeltreffen: EU will Russland als starken Partner

Die Europäische Union will trotz des jüngsten Energiestreits mit Moskau ihre "strategische Partnerschaft" mit Russland ausbauen. Das bekräftigte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Sonntag bei ihrem Treffen mit Russlands Präsidenten Wladimir Putin im Schwarzmeer-Kurort Sotschi.

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Sotschi (ddp). Diese Beziehungen sollen "eng und auf Dauer angelegt" sein, so die Kanzlerin. Zugleich übernahm Merkel offiziell den Staffelstab der G8-Präsidentschaft, wo Russland im vergangenen Jahr den Vorsitz hatte.

Die Fragen der internationalen Energieversorgung und des Klimaschutzes sollen laut Merkel im Juni beim G8-Treffen in Heiligendamm Schwerpunkt sein. Bereits im März soll auf dem ersten EU-Gipfel dieses Jahres unter deutscher Ratspräsidentschaft ein ambitionierter Aktionsplan Energie verabschiedet werden. Merkel setzt dabei neben einer engen und vertrauensvollen Zusammenarbeit von Energielieferanten und Exporteuren auf neue Krisenmechanismen, die auch im neuen Partnerschaftsabkommen mit Russland verankert werden sollen. Merkel äusserte Verständnis für die russischen Forderungen nach marktwirtschaftlichen Preisen für ihre Rohstofflieferungen in die Ukraine und nach Weissrussland.

Putin lobte ausdrücklich die gute Zusammenarbeit der führenden acht Industrienationen (G8) und äußerte die Hoffnung, dass auch die Kooperation mit der EU insgesamt verbessert werde. Er sagte zu, sich für einheitliche, transparente und klare Regeln bei Energiefragen einzusetzen.

Neben der Energiepolitik standen wie beim USA-Besuch der Kanzlerin Anfang Januar außenpolitische Themen von Nahost über Kosovo bis Afghanistan auf dem Programm der Begegnung.