Keine Wahlfreiheit

GIH-Bundesverband kritisiert geplante Energieausweis-Verordnung

Der Bundesverband Gebäudeenergieberater Ingenieure Handwerker (GIH) ist unzufrieden mit dem von Wirtschaftsminister Glos und Bauminister Tiefensee vor einigen Tagen vorgelegten Energieausweis-Vorschriften. Er fordert einen bedarfsorientierten Energieausweis im Gebäudebestand für größere Transparenz.

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Syke (red) - Der Bundesverband Gebäudeenergieberater Ingenieure Handwerker (GIH) hat den von Wirtschaftsminister Michael Glos und Bauminister Wolfgang Tiefensee vorgelegten Referentenentwurf zur Novellierung der Energieeinsparverordnung kritisiert. Anstatt dem Eigentümer die Wahl zwischen Bedarfs- oder Verbrauchsausweis zu lassen, hätten die Ministerien die Einführung eines bedarfsorientierten Ausweises vorschreiben müssen.

Während der verbrauchsorientierte Energieausweis auf Basis des tatsächlichen Energieverbrauchs erstellt wird, ermittelt der bedarfsorientierte Ausweis objektive Daten, die unter Normbedingungen erfasst werden und bundesweit vergleichbar sind. "Der Verbrauchsausweis hat keine Aussagekraft, weil er keine Vergleichbarkeit bietet", betonte Michael Harjes, Vorsitzender des GIH-Bundesverbandes. "Selbstverständlich fällt der Energieverbrauch vorteilhafter aus, wenn eine allein stehende berufstätige Person in einer 4-Zimmer-Wohnung lebt, als wenn eine vierköpfige Familie darin wohnt." Beim Bedarfsausweis würden die Gebäudedaten aufgenommen, in ein EDV-Modell übertragen und ausgewertet.

Harjes gibt zu bedenken, dass die geplante Verordnung zu einer Verunsicherung der Verbraucher führen werde. Fachverbände, Architekten- und Ingenieurkammern sowie Verbraucherzentralen hätten umfassend kommuniziert, dass der Bedarfsausweis den größeren Verbraucherschutz bietet. Auch der "dena Energiepass", den die Deutsche Energieagentur im Auftrag der Bundesministerien entwickelt hat und für den sie nach erfolgreich abgeschlossenem Feldversuch eine Markteinführungskampagne durchführt, basiere auf dem Bedarfsausweis. "Es ist abzusehen, dass viele Eigentümer sich für den preisgünstiger gehandelten Verbrauchsausweis entscheiden werden, der ihnen aber keine aussagekräftigen Daten liefert", warnt Harjes daher.