Blackout

Gigantischer Stromausfall legt weite Teile Chiles lahm

Ein gigantischer Stromausfall hat am Samstag Chiles Hauptstadt Santiago und andere Regionen des Landes für Stunden lahmgelegt. Wie die Behörden mitteilten, waren etwa zehn Millionen von insgesamt 17 Millionen Chilenen betroffen. Das Netz soll noch über Monate instabil sein.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Santiago de Chile (afp/red) - Laut Energieminister Rodrigo Álvarez hatten nach zwei Stunden 45 Prozent der Haushalte landesweit und gut 90 Prozent der Haushalte in Santiago wieder Strom und Licht.

Große Probleme in der Hauptstadt

In der Hauptstadt, wo rund sechs Millionen Menschen leben, legte der Stromausfall unter anderem die U-Bahn, Ampeln und Telefonverbindungen lahm. Flughafen und Krankenhäuser konnten den Ausfall mit Notstromaggregaten überbrücken. Auch viele Abendveranstaltungen fielen aus. Ein Konzert des Latino-Barden Ricky Martin konnte jedoch dank eigener Stromversorgung der Konzerthalle stattfinden. Es begann allerdings mit Verspätung, wie Bürgermeisterin Cecilia Pérez sagte.

Zu einem Zwischenfall kam es im Norden von Santiago, wo ein Supermarkt geplündert wurde. Etwa 200 Menschen seien im Schutz der Dunkelheit in die Kaufhalle eingedrungen, sagte ein Polizeioffizier im Staatsfernsehen. Die alarmierte Polizei sei mit Steinen und Schüssen empfangen worden, ein Mann sei festgenommen worden. Ein Jugendlicher wurde nach Angaben eines Mitarbeiters im Innenministerium von einer Kugel ins Bein getroffen, als er den Supermarkt verließ.

Letzter großer Stromausfall vor eineinhalb Jahren

Zuletzt war das südamerikanische Land im März 2010 von einem umfassenden Stromausfall betroffen. Einen Monat zuvor hatte ein Erdbeben der Stärke 8,8 mit mehr als 500 Toten Chile erschüttert. Den Behörden zufolge wird das Energieversorgungsnetz noch mindestens bis Anfang kommenden Jahres instabil sein.