Stichprobe

Gifte: Energiesparlampen erneut in der Kritik (Upd.)

Energiesparlampen können während des Betriebs offenbar giftige Stoffe abgeben. Die Lampen setzten dann Dämpfe frei, die im Verdacht stünden, krebserzeugend zu sein. So seien beispielsweise deutlich messbare Mengen an Phenol gefunden worden. Ein Hersteller habe bereits Konsequenzen angekündigt.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Hamburg (dapd/afp/red) - Das berichtete das NDR-Verbraucher- und Wirtschaftsmagazin "Markt" am Sonntag vorab (Sendezeit Montag, 20.15 Uhr). Bisher war bekannt, dass Energiesparlampen Quecksilber enthalten. Dies wird aber nur freigesetzt, wenn Lampen zerbrechen.

Das Magazin hatte in einer Stichprobe Energiesparlampen unterschiedlicher Hersteller in einem zertifizierten Labor untersuchen lassen. Alle Lampen enthielten demnach deutlich messbare Mengen an Phenol sowie weitere giftige Stoffe.

Laut "Markt" kündigte ein Hersteller aufgrund der Recherchen an, "den Einbringungsweg der genannten Stoffe zurückzuverfolgen". Weiterhin gab er an, die Stoffe könnten "aus Klebstoffen und Einzelkomponenten der Lampe stammen". Ein anderer Hersteller teilte dem Magazin den Angaben zufolge mit, "dass weder die Art der Substanzen noch ihre Konzentration die festgelegten Grenzwerte überschreitet".

Der Sachverständige kritisierte dagegen, dass gerade für solche krebserzeugenden Substanzen das Minimierungsgebot gelte und sie möglichst vollständig aus der Umgebung des Menschen verschwinden sollten. Grund dafür sei, dass auch geringste Mengen dieser Stoffe das Risiko erhöhen könnten, an Krebs zu erkranken.

Am Montag nahm sich das Umweltbundesamt der Sache an und gab eine erste Einschätzung der Untersuchungsergebnisse ab: Tatsächlich seien in den getesteten Energiesparlampen Stoffe aufgetaucht, "bei denen ein krebserregendes Potential nicht ausgeschlossen werden kann". Das seien die Substanzen Phenol, Naphtalin und Styrol. Darüber hinaus fänden sich in den Lampen nachweislich Aromate, die reizend auf Schleim- und Bindehäute wirkten.

In der zitierten Überprüfung ließen die Tester ausschließlich neue Lampen drei Tage lang brennen. Dass die neuen Lampen beim Brennen Gase verlieren, sei dabei "zu erwarten" gewesen, erklärte das Umweltbundesamt. Von der Konzentration, in der die Schadstoffe aus den Energiesparlampen entwichen, seien dabei aber "keine gesundheitlichen Gefahren" ausgegangen, betonte die Behörde.

Seit September 2009 werden EU-weit in den Ladenregalen die herkömmlichen Glühbirnen schrittweise durch Energiesparlampen ersetzt. Bis zum Jahr 2012 sollen die alten Birnen komplett vom europäischen Markt verschwunden und durch die energiesparenden Nachfolger ersetzt sein.

Diese stehen allerdings nicht zum ersten Mal aufgrund ihrer Auswirkungen für ihr Umfeld in der Kritik. Die ARD berichtete im Februar von einem Test, der zeigte, dass die Energiesparlampen in erheblichem Maße Elektrosmog verursachten. Die gemessenen Werte hätten das 20-fache des erlaubten Werts von Computermonitoren erreicht. Zudem enthalten Energiesparlampen Quecksilber, dass austreten kann, wenn sie zerbrechen. In diesem Fall müssen sie schnell entsorgt und betroffene Zimmer gelüftet werden.