GfK: Dem Wechsler auf der Spur

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In den klassischen Dienstleistungsbereichen hat die aktive Kundenbetreuung und Kundenpflege heute eine zentrale Bedeutung. Knapp ein Viertel der Haushalte lassen sich als typische Wechsler charakterisieren. In diesen Haushalten hat der Haushaltsvorstand im vergangenen Jahr in mindestens zwei der vier untersuchten Bereiche den Anbieter gewechselt oder plant dies in den nächsten sechs Monaten. Demgegenüber ist nur ein Drittel der Haushalte als treue Klientel zu bezeichnen.


Wodurch unterscheiden sich typische Wechsler beziehungsweise wechselbereite Kunden von treuen Kunden? - Die GfK Marktforschung hat das Wechselverhalten neben der soziodemografischen Analyse auch nach den Lebensstilen Euro-Socio-Styles analysiert. Danach sind die Wechsler und wechselbereite Kunden in der Euro-Socio-Styles-Typologie eher unter den gegenwartsorientierten und experimentierfreudigen Lebensstiltypen zu finden, während die loyalen Kunden eher zu den vergangenheits- und sicherheitsorientierten Lebensstiltypen gehören. Wechsler und Kunden, die einer Veränderung des Dienstleisters aufgeschlossen gegenüberstehen, kaufen in den Bereichen des täglichen Lebens zwar durchaus markenbewusst ein, aber auch hier wechseln sie zwischen verschiedenen Marken hin und her. Sie sind neuen Trends grundsätzlich sehr aufgeschlossen, probieren gerne als Erste etwas Neues aus. Als besonders wechselfreudig erweisen sich Haushalte mit höherem Bildungsniveau sowie Selbstständige und Freiberufler. Obwohl sehr häufig der Preis oder geringere Kosten als Motiv des Wechsels angeführt werden, gehören nicht die Haushalte mit geringem Einkommen zu den Wechslern, sondern diejenigen mit höherem Einkommen.


Zum Strommarkt fanden die Marktforscher folgendes heraus: Lag die Wechselrate im Strommarkt Ende letzten Jahres noch bei 3 Prozent, so hat sich dieser Anteil bis Mai 2000 auf 5 Prozent erhöht. Die Aussagen, ob man einen Wechsel beabsichtigt, deuten auf weiter steigende Anteile hin. Das wird fast ausschließlich mit dem Preis begründet. Sicherheit der Stromlieferung und Service rangieren deutlich dahinter. Regenerative Energien ziehen nur einen kleinen Kundenkreis an. Obwohl der Preis als Motiv an erster Stelle genannt wird, spielen Image und Präsenz des Anbieters in der Öffentlichkeit aber bei der endgültigen Auswahl eines neuen Versorgers eine große Rolle.


Die umfangreichen Studienergebnisse können bei der GfK Marktforschung bestellt werden. Weitere Informationen unter www.gfk.de.