GEW kündigt Stromliefervertrag mit Zeus/ Auch Hamburger Zeitarbeitsfirma wartete auf's Geld

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com
Nichts Neues von der Zeus Strom AG: Vorstand Cersten Klatt-Lauterbach ist telefonisch nicht erreichbar, verhandelt angeblich noch immer mit neuen Investoren. Die Münchner Vertriebs GmbH kann ihn ebenso wenig erreichen wie die aufgebrachten Kunden oder die Journalisten. Dabei besteht dringend Aufklärungsbedarf: Was passiert mit dem Unternehmen und wie sollen sich die Kunden verhalten? Gibt es die neuen Investoren wirklich oder wollte sich Klatt-Lauterbach mit seiner Ankündigung im strom magazin nur kurzfristig aus der Affäre ziehen? Das strom magazin wird weiterhin versuchen, ein Statement zu bekommen.


Währenddessen gibt die Gas-, Elektrizitäts- und Wasserwerke AG Köln (GEW) bekannt, dass Zeus seinen Zahlungsverpflichtungen nicht nachkomme. Aus diesem Grund sei man gezwungen, einen erst Ende April mit Zeus geschlossenen Vertrag fristlos zu kündigen. Man hätte Zeus bereits Anfang Juni darüber in Kenntnis gesetzt, dass bei weiterem Zahlungsverzug eine Kündigung des Vertrages drohe. Auch dort erhielt man keinerlei Reaktion.


Bei rund 800 Kölner Kunden buche Zeus Beträge für den Stromverbrauch ab, im Rahmen der sogenannten Beistellung liefere die GEW den Strom an die Kunden und rechnet diese Lieferung direkt mit der Zeus ab. Zahlungen erfolgten bisher aber nicht. Die GEW wird alle betroffenen Kunden anschreiben und über die Kündigung informieren. Die Kunden werden zunächst auf Grundlage der Allgemeinen Tarifpreise weiter versorgt, so dass niemand befürchten muss, ohne Strom zu stehen. "Natürlich steht es den ehemaligen Zeus-Kunden frei, einen neuen Vertrag mit der GEW abzuschließen oder zu einem neuen Versorger zu wechseln", heißt es in der Pressemitteilung.


Von der schlechten Zahlungsmoral der Zeus AG war auch die Koda Personalservice GmbH, Hamburg, im Februar dieses Jahres betroffen. Für Geschäftsführerin Tatjana Sahling ist die Geschichte aber noch glimpflich ausgegangen. Die Zeitarbeitsfirma hatte Zeus einen großen Teil der Arbeitskräfte vermittelt und dafür eine Rechnung über 70 000 DM gestellt. Nach unzähligen Zahlungsaufforderungen und einem Mahnbescheid, hätte Zeus schließlich doch bezahlt. Das hat ordentlich Nerven gekostet, aber :"Hätten wir dieses Geld nicht bekommen, hätten wir heute unser Geschäft nicht mehr", zeigt sich Tatjana Sahling gegenüber dem strom magazin erleichtert. Jetzt ist sie gerade dabei, die Anwaltskosten einzuklagen.


Das strom magazin hat die Zeus Strom AG bis auf weiteres aus dem Tarifrechner entfernt.