Gespräch mit Shell-Vorstand Fritz Vahrenholt in der "Zeit"

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Scharf kritisiert hat Fritz Vahrenholt, Vorstandsmitglied der Deutschen Shell AG, das von der rot-grünen Bundesregierung verabschiedete Ökosteuergesetz. "Dass auch Ökostrom mit zwei, demnächst vier Pfennig belastet wird, ist das Gegenteil von Umweltpolitik", sagte Vahrenholt in einem Gespräch mit der Hamburger Wochenzeitung "Die Zeit" (Ausgabe Nr. 47 vom morgigen Donnerstag, 18. November). Kritisch äußerte sich Vahrenholt (SPD), der bis zum Herbst 1997 Umweltsenator in Hamburg war, auch zum 100.000-Dächer-Programm der Bundesregierung. Um beim Solarstrom wirklich einen "Boom" zu erzielen, reichten zinslose Kredite nicht aus. Notwendig sei außerdem eine kostendeckende Einspeisevergütung von zunächst 99 Pfennig pro Kilowattstunde, die später auf 50 Pfennig sinken könne.


Der von Rot-Grün beschlossene Atomausstieg mache den Klimaschutz "sehr viel schwieriger", sagte Vahrenholt der "Zeit". Ihn störe vor allem, dass fast ausschließlich über Restlaufzeiten debattiert werde. Stattdessen schlug er vor, die Kernkraftwerke "noch ein paar Jahre" laufen zu lassen und aus den Erträgen der Atommeiler die regenerativen, heute noch nicht wettbewerbsfähigen Energien zu fördern. "Das wäre wirklich ein guter Start ins neue Jahrhundert: die alte Energie zu nutzen, um die neue anzuschieben." Vahrenholt sagte, dass nach seiner Auffassung auch die Kraftwerksbetreiber mit diesem "historischen Kompromiss leben könnten".