Aufgeschoben

Gericht stoppt Rodungsarbeiten für Tagebau Cottbus-Nord

Das Verwaltungsgericht Cottbus hat Rodungsarbeiten zur Erweiterung des Tagebaus Cottbus-Nord gestoppt. Die Vattenfall Europe Mining AG hatte am Donnerstagmorgen mit der Abholzung entlang des Hammergraben-Altlaufs begonnen. Daraufhin legte die Grüne Liga bei dem Gericht Beschwerde ein.

Netzausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Cottbus (ddp-lbg/sm) - Das Verwaltungsgericht fällte am Donnerstagabend noch keine endgültige Entscheidung über den Eilantrag, stoppte die Arbeiten aber in einem Zwischenentscheid vorläufig. Der zugrunde liegende Bescheid des Landesumweltamtes wurde vorerst ausgesetzt (Aktenzeichen 3 L 3/07).

Die Fortsetzung der Rodungsarbeiten würde "zu einem massiven und schwer ausgleichbaren Eingriff« in das Landschaftsschutzgebiet Peitzer Teichlandschaft und Hammergraben führen, sagte ein Gerichtssprecher. Für den Energiekonzern Vattenfall sei ein kurzzeitiger Stopp der Arbeiten bis zu einer abschließenden Entscheidung zumutbar.

Vattenfall hatte mitgeteilt, die Abholzungsarbeiten seien notwendig, um den Tagebau Cottbus-Nord fortzuführen. Alle Genehmigungen dafür lägen vor. Die Lakomaer Teiche würden von den derzeitigen Arbeiten nicht berührt. Der Tagebau sei einer der Brennstofflieferanten für das nahe gelegene Kraftwerk Jänschwalde.

Ein Sprecher der Grünen Liga sagte, Vattenfall dürfe die Arbeiten am Freitag nicht mehr weiterführen lassen. Allerdings sei am Donnerstag bereits ein größeres Stück am Ufer des Hammergrabens mit einigen Bäumen gerodet worden. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) warf Vattenfall vor, eine Zusage gebrochen zu haben, wonach bis zum 15. Januar keinerlei Räumungsmaßnahmen beginnen sollten. Der Konzern habe diese Zusage gegeben, damit das Cottbuser Verwaltungsgericht die von Umweltverbänden eingereichte Klage gegen die Abbaggerung der Lakomaer Teiche prüfen könne.

Mitte Dezember hatte das Landesamt für Bergbau, Geologie und Rohstoffe den Planfeststellungsbeschluss zur Erweiterung des Tagebaus Cottbus-Nord erlassen. Umweltverbände hatten daraufhin Klage gegen den Beschluss eingereicht. Die Lakomaer Teiche und der fast 500 Jahre alte Hammergraben hätten als Kulturlandschaft Denkmalwert und seien zudem ein wertvoller Lebensraum für Tiere und Pflanzen, hatte der Sprecher der Grünen Liga betont.

Von Jörg Schreiber