Rettungskonzept

Gericht gibt Sanierungspläne von Solarworld frei

Solarworld kann mit dem von Aktionären und Gläubigern abgesegneten Rettungskonzept beginnen. Die Pläne für die vorgesehene Sanierung wurden vom Oberlandesgericht freigegeben. Das finanziell angeschlagene Unternehmen hofft, so wieder stabilere Verhältnisse zu erlangen.

Solarpark© Michel Angelo / Fotolia.com

Bonn (dpa-AFX/AFP/red) - Der Photovoltaik-Konzern Solarworld hat für seine Sanierung eine wichtige Hürde genommen. Das Oberlandesgericht Köln habe die Freigabe erteilt, die Beschlüsse zur Restrukturierung trotz noch laufender Anfechtungsklagen ins Handelsregister eintragen zu lassen und umzusetzen, teilte das Unternehmen am Montag in Bonn mit. Damit könne Solarworld diese im selbst gesetzten Zeitplan abschließen, sagte Finanzvorstand Philipp Koecke laut einer Mitteilung.

Durchbruch für die Sanierung

Einem Sprecher zufolge ist das der "Durchbruch" für die bevorstehende Sanierung, die einen drastischen Kapital- und Schuldenschnitt beinhaltet und eine Kapitalerhöhung vorsieht. Die Maßnahmen sollen bis spätestens Anfang Februar über die Bühne gehen. Auch die Übernahme von Teilen des Solargeschäfts von Bosch könne nun - vorbehaltlich der Zustimmung der Kartellbehörde - bis Ende Februar oder Anfang März erfolgen, sagte der Sprecher. Solarworld hatte Ende November trotz der eigenen Finanzierungsschwierigkeiten den Kauf von Teilen der Bosch-Solarsparte angekündigt.

Umstrukturierung soll Rettung bringen

Das Sanierungskonzept von Solarworld sieht vor, dass die Anleihegläubiger auf 55 Prozent ihrer Forderungen verzichten und im Gegenzug neue Solarworld-Aktien kaufen können. Für die Rettung von Solarworld wird auch die Struktur der Aktionäre deutlich umgebaut. Den bisherigen Anteilseignern steht ein sogenannter Kapitalschnitt bevor. Ihr Anteil am Unternehmen verringert sich dadurch massiv, und zwar auf fünf Prozent. 150 bisherige Aktien werden zu einer zusammengelegt.

Geburtsjahr einer neuen Solarworld

Als neuer Investor ist das Unternehmen Qatar Solar (Katar) mit an Bord. Mit der Restrukturierung werde die SolarWorld AG "wieder auf eine solide finanzielle Basis gestellt" sagte Solarworld-Vorstandschef Frank Asbeck. "Das Jahr 2014 ist das Geburtsjahr einer neuen Solarworld."

Solarworld hatte von Aktionären und Anleihegläubigern mehrheitlich grünes Licht für das Rettungskonzept erhalten, das einen scharfen Kapital- und Schuldenschnitt und eine Abwertung der Aktien auf fünf Prozent des bisherigen Wertes beinhaltet. Kämpferische Anleger hatten gegen das Rettungskonzept geklagt. Mit sieben dieser knapp 20 Kläger hatte das Bonner Unternehmen eine Einigung erzielt.