Rheinland-Pfalz

Gericht genehmigt Probebohrungen für Geothermie

Das Unternehmen GeoEnergy darf für ein geplantes Geothermiekraftwerk in Wörth-Schaidt Testbohrungen vorbereiten. Das hat das Verwaltungsgericht Neustadt entschieden. Anwohner wollten die Bohrungen verhindern, weil sie Erdbeben und eine Beinträchtigung der Trinkwasserversorgung befürchten.

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Neustadt (dapd-rps/red) - Das Gericht gab damit einem Antrag der Firma auf vorläufigen Rechtsschutz statt. Die Erlaubnis gilt für die Herrichtung eines Bohrplatzes in Wörth-Schaidt, von dem aus Probebohrungen vorgenommen werden sollen, wie das Gericht am Donnerstag mitteilte.

Anwohner fürchten um die Trinkwasserversorgung

Das Landesamt für Geologie und Bergbau in Mainz hatte im Juli 2010 die Zulassung für den Bohrplatz unter zahlreichen Auflagen erteilt. Die Stadt Wörth und der Wasserzweckverband Bienwald sowie Eigentümer von benachbarten Grundstücken erhoben Widerspruch. Sie befürchten, dass durch die Geothermie Erdbeben ausgelöst werden könnten und die Trinkwasserversorgung beeinträchtigt wird. Der Bohrplatz befindet sich innerhalb der Zone III eines Wasserschutzgebiets, in dem sich Brunnen zur Trinkwassergewinnung befinden. Aufgrund der Widersprüche konnte GeoEnergy mit den Arbeiten zunächst nicht beginnen.

Gericht: Keine Gefahr fürs Trinkwasser

Von der Herrichtung des Bohrplatzes, um die es derzeit allein gehe, gingen keine Gefahren aus, urteilte das Gericht. Bohrungen seien zunächst nur bis in eine Tiefe von rund 55 Metern nötig, um zwei oder drei Standrohre zu setzen, durch die später die Tiefbohrungen geführt würden. Es sei auch nicht zu befürchten, dass im Zusammenhang mit der Herrichtung des Bohrplatzes Trinkwasser verunreinigt werden könnte. Gegen den Beschluss kann Beschwerde beim Oberverwaltungsgericht Rheinland-Pfalz eingelegt werden.

Testbohrungen bis in 3.000 Meter Tiefe geplant

Nach dem Bau des Bohrplatzes will GeoEnergy zunächst Testbohrungen bis zu einer Tiefe von bis zu 3.000 Metern durchführen, um Thermalwasser zu finden. Falls diese erfolgreich sind, will das Unternehmen auf einem Teil der Fläche des Bohrplatzes ein Geothermiekraftwerk errichten.

Solche Kraftwerke sind in Rheinland-Pfalz heftig umstritten, da sie in Verdacht stehen, Erdbeben auszulösen. Seit Anfang 2011 läuft ein Mediationsverfahren zur Geothermie in der Vorderpfalz, an dem unter anderem verschiedene Bürgerinitiativen, das Land Rheinland-Pfalz und die Firma GeoEnergy beteiligt sind. Dabei geht es um grundsätzliche Fragen der Geothermie und Standorte für Geothermieanlagen.