Welcher Abstand?

Gericht entscheidet über Mindestabstand bei Windanlagen

Abstände von fünf Rotordurchmessern in Hauptwindrichtung bei Windenergieanlagen sind für den Normalfall unbedenklich. Dies entschied das Oberverwaltungsgericht in Nordrhein-Westfalen kürzlich und wies damit den Eilantrag eines Windenergieanlagenbetreibers gegen einen Konkurrenten ab. Dieser hatte mit einem Abstand von 200,1 Metern alles richtig gemacht.

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Der 7. Senat des Oberverwaltungsgerichts Nordrhein-Westfalen hat kürzlich entschieden, welche Abstände konkurrierende Windenergieanlagen in einem Windpark einhalten müssen.

Ein Windanlagen-Betreiber hatte dagegen geklagt, dass der Kreis Soest seinem Konkurrenten eine Baugenehmigung zur Errichtung einer Windenergieanlage mit 40 Metern Rotordurchmesser im Abstand von 200,1 Metern zu seiner Anlage erteilt hatte. Er befürchtet Beeinträchtigungen der Standsicherheit seiner eigenen Anlage durch Windturbulenzen und eine Überbeanspruchung des Materials, die die Lebensdauer der Rotorblätter seiner Anlage drastisch beeinträchtige.

Das Oberverwaltungsgericht lehnte den Eilantrag ab, weil kein Anlass für eine einstweilige Regelung bestehe. Die Bewertung, wem die etwaige Gefährdung der Standsicherheit einer Windenergieanlage durch eine hinzutretende benachbarte Windenergieanlage zuzurechnen sei, hänge von einer konkreten Abgrenzung der Risikobereiche ab. Hierfür sei insbesondere von Bedeutung, mit welchen Abständen konkurrierender Anlagen die Betreiber von Windenergieanlagen in Windparks üblicherweise rechnen könnten und müssten. Eine "Orientierungshilfe" gebe insoweit der Windenergie-Erlass vom 3. Mai 2002. Danach seien Abstände von fünf Rotordurchmessern in Hauptwindrichtung für den Normalfall unbedenklich. Dieser Maßstab werde im vorliegenden Fall mit einem Rotordurchmesser von 40 Metern und einem Abstand von 200,1 Metern eingehalten.

Der Beschluss des Oberverwaltungsgerichts mit dem Aktenzeichen 7 B 949/03 ist unanfechtbar.