Erhöhung

Geplantes Mainzer Kohlekraftwerk wird teurer

Das geplante Kohlekraftwerk in Mainz wird teurer als ursprünglich geplant. Aufsichtsrat und Hauptversammlung der Kraftwerke Mainz-Wiesbaden (KMW) stimmten nach Angaben einer Sprecherin am Freitag der Erhöhung des Investitionsbudgets zu. Eine konkrete Summe wollte die Sprecherin nicht nennen.

Netzausbau© Günter Menzl / Fotolia.com

Mainz (ddp-rps/sm) - Auch einen Bericht des SWR, nach dem die Investitionssumme auf 1,2 Milliarden Euro erhöht worden sei, wollte sie nicht bestätigen. Ursprünglich war die Investition mit 900 Millionen Euro veranschlagt worden.

Die Leistung des Kraftwerks soll der Sprecherin zufolge "in der 800-Megawatt-Klasse" liegen. Bislang hatte das Unternehmen stets von einer Turbine mit Leistung zwischen 750 und 800 Megawatt gesprochen. KMW hatte den Bau eines Kohlekraftwerks mit den gestiegenen Gaspreisen und der weltweiten Verfügbarkeit von Steinkohle begründet.

Der Mainzer Stadtrat hatte dem Neubau auf der Ingelheimer Aue bereits im Januar zugestimmt. Die Nachbarstadt Wiesbaden sprach sich dagegen aus. Ihre Stadtverordnetenversammlung hatte am Donnerstag gefordert, nach umweltverträglichen Alternativen zu suchen. SPD-Vorsitzender Jörg Jordan drohte am Freitag mit gerichtlichen Schritten seitens der Stadt, da KMW sich "buchstäblich einen Dreck um die Beschlüsse des Wiesbadener Stadtparlaments schert". KMW gehe bezüglich Klimaschutz und Lebensqualität der Menschen rücksichtslos vor.

Genehmigungsbehörde für den Bau ist die Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD). KMW geht nach Angaben der Sprecherin davon aus, dass diese dem Bauantrag zustimmt, da seitens der KMW alle Auflagen erfüllt seien. Die Entscheidung solle in einem Jahr fallen.