Grüne kritisieren SPD

Geplanter Neubau von Kohlekraftwerk in Ensdorf weiter umstritten

In der Diskussion um den geplanten Neubau eines Kohlekraftwerks in Ensdorf haben die saarländischen Grünen eine klare Positionierung der SPD gefordert. Die SPD rede "mit gespaltener Zunge und voller Widersprüche", kritisierte Grünen-Chef Hubert Ulrich am Montag in Saarbrücken vor der Landespressekonferenz.

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Saarbrücken (ddp-rps/sm) - Die Forderung der SPD auf dem Parteitag am Wochenende nach Nachhaltigkeit im Grundsatzprogramm der Partei passe nicht zur Befürwortung des geplanten Kraftwerks. Es gebe "keinen vernünftigen Grund" für ein Kraftwerk in dieser Dimension, sagte der Grünen-Chef. Ziel müsse es vielmehr sein, das Saarland als Top-Adresse für umwelt- und klimafreundliche Energietechnik zu machen. "Rückwärts gewandte Großkraftwerke" liefen dieser Zielsetzung zuwider.

SPD-Chef Heiko Maas verteidigte dagegen die Beschlüsse des Parteitags. Die SPD befürworte den Neubau, fordere aber Modifizierungen an den bisherigen Planungen. So solle der Wirkungsgrad durch die Nutzung von Kraft-Wärme-Kopplung erhöht werden.

Am Standort Ensdorf plant der Energieversorger RWE den Bau eines neuen Kohlekraftwerks mit zwei Blöcken von jeweils 800 Megawatt Leistung. Die Investitionen sollen nach Konzernangaben rund zwei Milliarden Euro betragen.