Ökologisch falsch!?

Geplante Erhöhung der Erdgassteuer belastet deutsche Erdgasproduktion

Da gut ein Fünftel des in Deutschland verbrauchten Erdgases aus heimischer Produktion stammen, würde die geplante Steuererhöhung neben den Verbrauchern auch die deutschen Erdgasproduzenten belasten. Es sei unverständlich, warum einer der umweltfreundlichsten Energieträger höher besteuert werden soll.

Netzausbau Ökostrom© Gina Sanders / Fotolia.com

"Die geplante deutliche Anhebung der Steuer auf Erdgas belastet die heimische Erdgasproduktion, gefährdet Arbeitsplätze und ist ökologisch falsch." Mit diesem Worten kommentierte Wulf Hagemann, Vorstandsvorsitzender des Wirtschaftsverbandes Erdöl- und Erdgasgewinnung e. V. (WEG) die neusten Pläne der Bundesregierung. Warum ausgerechnet die Steuer auf den umweltverträglichsten fossilen Energieträger erhöht werden soll, sei völlig unverständlich.

Hagemann bat zu berücksichtigen, dass gut ein Fünftel des in Deutschland verbrauchten Erdgases aus heimischer Produktion stamme. Aufgrund der Wettbewerbssituation des Erdgases würde die Steuererhöhung neben dem Verbraucher insbesondere auch die deutschen Erdgasproduzenten belasten und damit Deutschland als Standort der Erdgasproduktion benachteiligen. Hierdurch würden Arbeitsplätze - vorwiegend in den strukturschwachen Gebieten Niedersachsens - gefährdet, so Hagemann.

"Bereits jetzt sind die fiskalischen Belastungen für die heimische Erdgasproduktion sehr hoch", gab Hagemann zu bedenken. Die Branche habe neben den üblichen Unternehmenssteuern zusätzlich Förderabgaben an die Bundesländer zu entrichten. Im vergangenen Jahr hat das Aufkommen hieraus über 500 Millionen Euro betragen. Vor diesem Hintergrund führten weitere Belastungen geradezu zwangsläufig zu einer Schwächung des Standortes Deutschland. Hagemann wies darauf hin, dass bereits heute Erdgas in Deutschland höher besteuert wird als in anderen Ländern. Wenn Deutschland bei der Erdgassteuer seinen Sonderweg verstärke, werde dies einseitig zu Lasten der deutschen Industrie gehen.