Geothermische Stromerzeugung: Startschuss für innovatives neues Forschungsprojekt

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Zum Beginn der Forschungsarbeiten zur geothermischen Stromerzeugung im brandenburgischen Groß-Schönebeck erklärt Hans-Josef Fell, forschungspolitischer Sprecher von Bündnis 90/Die Grünen und Gastredner der Eröffnungsveranstaltung:


Die Unterstützung der Bundesregierung für die Nutzung der Erdwärme zeigt erste Erfolge: Im brandenburgischen Groß-Schönebeck wird jetzt offiziell ein neues Forschungsprojekt zur geothermischen Stromerzeugung begonnen. Initiiert wird das Projekt vom Geoforschungszentrum Potsdam, welches auch die Forschungsarbeiten koordinieren wird. Möglich wurde dieses Projekt durch die in den Bundeshaushalten seit 1999 um drei Millionen DM erhöhten Mittel für das Geoforschungszentrum Potsdam.


Ziel des Forschungsprojektes ist es, hohe Temperaturen für die Stromerzeugung nutzbar zu machen. In der ehemaligen, nicht fündigen Gaserkundungsbohrung in 4200 Meter Tiefe herrschen über 120 Grad Celsius. Ziel des Forschungsprojektes ist es, dieses hohe Temperaturniveau für die Stromerzeugung nutzbar zu machen. Erforscht werden soll, ob sich ausreichend hohe Heißwasserfließraten für eine ökonomische Stromerzeugung erreichen lassen. Sollte das Forschungsprojekt erfolgreich sein, dann wollen die beteiligten Industriepartner eine Pilotanlage zur Erzeugung elektrischer Energie aus Tiefengeothermie bauen. Dies wird dann ein Startsignal sein für viele weitere Stromerzeugungsanlagen aus Geothermie. Sehr viele Erdgas- und Erdölerkundungsbohrungen zeigen ein hohes Temperaturniveau in der Tiefe auf. Bedeutsam für eine spätere Nutzung wäre ein sofortiges Verfüllungsverbot für solche Tiefbohrungen, damit eine spätere Energiegewinnung möglich ist.


Für die geothermische Forschung werden im Bundeshaushalt 2001 zusätzliche Mittel in Höhe von 20 Millionen DM bereitgestellt, wodurch die Mittel gegenüber 2000 mehr als verfünffacht werden. Das im April dieses Jahres in Kraft getretene Erneuerbare-Energien-Gesetz sieht für die geothermische Stromerzeugung eine feste Vergütung von 17,5 Pfennigen je Kilowattstunde Strom vor. Die Geothermie hat auch in Deutschland ein hohes energetisches Potential. Sie wird daher in der Lage sein, in nennenswertem Umfang Strom und Wärme aus Kernkraft und fossilen Energieträgern zu ersetzen und damit unsere Strategie "Weg vom Öl" unterstützen. Da sie regenerativ und ohne Kohlendioxid-Ausstoss Energie erzeugt, wird sie zudem künftig einen bedeutenden Beitrag zum Klimaschutz leisten.