Heizungsalternative Erdwärme

"Geothermische Potenzialstudie NRW" ab 2002 auf CD-Rom erhältlich

Rheinländer und Westfalen können ab 2002 erfahren, ob ihr Grundstück zur Nutzung von Erdwärme als Energiequelle geeignet ist. Eine entsprechende, von der Energieagentur NRW in Auftrag gegebene Studie, gibt es dann auch auf CD-Rom.

Stromtarife© Andre Bonn / Fotolia.com

Es klingt ganz einfach: Ein Loch wird in die Erde gebohrt und ein Rohr durchgeführt. Die Wärme aus dem Erdinneren kommt mittels einer Wärmepumpe ins Haus, wird von dieser auf die für Heizzwecke benötigte Temperatur erwärmt. Schon wird es mollig warm und man spart Heizkosten.

In der Realität sieht dieses Bild von einer umweltschonenden Heizung doch etwas komplizierter aus. Um sich an einer Wärmepumpenheizung mit Erdwärme zu erfreuen, muss man wissen, wie der Boden unter den Füßen beschaffen ist, wo sich das Grundwasser befindet und in welche Richtung es fließt. Damit die Erdwärme nutzbar wird, muss der Untergrund unter geothermischen Aspekten untersucht werden. Zu diesem Zweck hat die Landesinitiative Zukunftsenergien NRW eine "Geothermische Potenzialstudie NRW" in Auftrag gegeben. Diese wird unter Leitung der Diplom-Geologin Claudia Holl-Hagemeier beim Geologischen Dienst NRW in Krefeld erarbeitet. Holl-Hagemeier und ihr Team bewerten die verschiedenen Regionen in ganz NRW in Bezug auf ihr geothermisches Potenzial. Die Ergebnisse werden im Frühjahr 2002 auf einer CD-Rom veröffentlicht.

Für Rheinländer und Westfalen bedeutet das vor allem, dass man bei jedem Neubau oder auch bei einem Austausch der Heizungsanlage prüfen kann, ob sich auf dem individuellen Grundstück eine Erdbohrung lohnt. Auf dieser CD-Rom werden vier digitale Karten die geothermischen Verhältnisse in verschiedenen Tiefen bis 100 Meter zeigen. Außerdem können geologische Schichtprofile und geothermische Ergiebigkeiten ermittelt werden. So kann man beispielsweise prüfen, ob sich Sand, Mergelstein oder andere wasserdurchlässige Gesteine unter einem bestimmten Grundstück befinden. Mit diesen Ergebnissen kann dann entschieden werden, ob beispielsweise eine 80 Meter tiefe Erdsonde oder zwei flachere 40 Meter tiefe Erdsonden geeigneter sind, um die Erdwärme zu nutzen. "Geothermie ist immer verfügbar und sie ist trotz der höheren Investition gegenüber einer Gas- oder Ölheizung unter den heutigen Rahmenbedingungen in der Regel wirtschaftlich. In einem Einfamilienhaus können bis zu 800 DM jährlich an Heizkosten gespart werden. Bei Wohnsiedlungen und bei einer Verteuerung der Energiepreise steigen die Einsparpotenziale entsprechend. Die Kohlendioxid-Bilanz ist auch beim Einsatz von elektrischer Energie für den Betrieb der Wärmepumpe positiv, da die Wärmequelle Erde emissionsfrei zur Verfügung steht", erläutern Claudia Holl-Hagemeier die Vorteile.

Weitere Informationen unter www.gd.nrw.de unter dem Stichwort Projekte.