Großes Potenzial

Geothermie soll Stromerzeugung in Ostafrika sichern

In Addis Abeba, Äthiopien, ist der Startschuss für ein Geothermie-Projekt gefallen, an dem sich die KfW Entwicklungsbank mit 50 Millionen Euro beteiligt. Es handelt sich dabei zunächst um Probebohrungen; man rechnet aber damit, dass in Ostafrika noch enormes geothermisches Potenzial vorhanden ist, mit dem die Stromversorgung stabilisiert werden könnte.

Stromtarife© Andre Bonn / Fotolia.com

Frankfurt (red) - Die Mittel werden vom Bundesministerium für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit (BMZ) und der EU bereitgestellt.

Heute hat nur jeder fünfte private Haushalt in Ostafrika Zugang zu Strom, wie die KfW erläutert. Darüber hinaus steige die Stromnachfrage der wachsenden Volkswirtschaften in Ostafrika jährlich um durchschnittlich drei bis acht Prozent. Mithilfe der Geothermie soll die Stromversorgung stabilisiert werden, die in Ostafrika zu aktuell 60 Prozent aus Wasserkraft erfolgt. In Dürrezeiten fällt die Wasserkraft oftmals aus. Kurzfristig überbrücken die Regierungen und Stromversorger den Mangel, indem sie geleaste Dieselkraftwerke an die Stromnetze anschließen. Das ist umweltschädlich und teuer.

Viel ungenutztes Potenzial in ostafrikanischer Erde

Die Länder entlang des ostafrikanischen Grabenbruchs, einem vulkanisch aktiven Gebiet, verfügen über ein geothermisches Potenzial von weit mehr als 7000 Megawatt (MW), wie es weiter heißt. Heute beläuft sich die gesamte Stromerzeugungskapazität in Ostafrika auf etwa 4000 MW. Am ostafrikanischen Graben sei es relativ leicht, Erdwärme zu nutzen, da sich dort mehr als 200 Grad heißer Wasserdampf an vielen Stellen schon in 1000 Meter Tiefe findet. In Kenia beispielsweise ging vor fast 30 Jahren Afrikas erstes Geothermiekraftwerk ans Netz. Heute sind in Olkaria Kraftwerke mit rund 200 MW am Netz. Die Kapazitäten werden um weitere 330 MW ausgeweitet.

Die Ressourcen seien mit Ausnahme von Kenia dennoch weitgehend unerkundet. Das liege in erster Linie daran, dass Probebohrungen in der Regel um die zwölf Millionen Euro kosten und die Erfolgswahrscheinlichkeit dieser ersten Bohrungen im internationalen Durchschnitt bei lediglich 70 Prozent liegt.