Wärme aus der Tiefe

Geothermie-Kraftwerk in Landau eröffnet

Im pfälzischen Landau wurde gestern das erste Geothermie-Kraftwerk Deutschlands in Betrieb genommen, das in nennenswertem Umfang Strom produziert. "Diese Anlage wird der geothermischen Stromerzeugung in Deutschland einen Schub verleihen", so Staatssekretärin Astrid Klug bei der Eröffnung.

Stromtarife© Andre Bonn / Fotolia.com

Landau (ddp-rps/sm) - Die Anlage soll Strom für rund 6.000 Haushalte erzeugen. Mit der überschüssigen Wärme sollen anfangs 300 Haushalte und später – nach einer Kapazitätserweiterung – 1.000 Haushalte versorgt werden. Das Projekt wurde durch das Bundesumweltministerium mit über 2,6 Millionen Euro unterstützt.

In Kürze wird als zweites industriell genutztes Geothermiekraftwerk in Deutschland die Anlage in Unterhaching die Stromproduktion aufnehmen. Wärme für große Gebiete der Gemeinde Unterhaching liefert die Anlage schon jetzt.

Astrid Klug wies auch auf geplante Änderungen in den Rahmenbedingungen für die Tie-fengeothermie hin. Sowohl bei der Novellierung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) als auch im Marktanreizprogramm für erneuerbare Energien seien deutliche Verbesserungen vorgesehen. "Die Nutzung der Geothermie wird von den anstehenden Gesetzesänderungen und Maßnahmen des integrierten Energie- und Klimapakets der Bundesregierung profitieren", so Klug.

Das neue Geothermie-Kraftwerk wird nach dem Prinzip der so genannten hydrothermalen Geothermie betrieben. Bei diesem Verfahren wird ein natürlicher unterirdischer Wasserspeicher erschlossen. Das heiße, salzige Wasser wird über einen Bohrkanal an die Erdoberfläche gefördert und nach der Strom- und Wärmegewinnung mit leichtem Druck wieder vollständig zurück in die Tiefe gepumpt. Im Gegensatz zu anderen Verfahren werden vorhandene, wasserführende Schichten genutzt, die nicht erst aufgerissen werden müssen.