Schweiz

Geothermie-Bohrung nach Erdbeben gestoppt

In der Nähe von St. Gallen am Bodensee hat in der Schweiz die Erde gebebt. Auslöser sei eine Geothermie-Bohrung gewesen, die inzwischen gestoppt wurde. Zahlreiche Nachbeben folgten. Ob und wie es mit dem Erdwärme-Projekt weitergehen könnte, soll ein Krisenstab in den nächsten Tagen entscheiden.

Geothermie© Laurence Gough / Fotolia.com

St. Gallen (dpa/red) - Nach einem kleineren Erdbeben unweit des Bodensees haben Schweizer Behörden am Samstag eine Geothermie-Bohrung gestoppt. Das Beben der Stärke 3,6 unweit von St. Gallen sei auf ein Geothermie-Projekt nahe der Ortschaft Sittertobel zurückzuführen, teilte der Schweizerische Erdbebendienst (SED) mit.

17 schwache Nachbeben

Sichtbare Schäden wurden durch das Beben sowie mehr als ein Dutzend kleinerer Erdstöße am frühen Samstagmorgen nicht verursacht. Das Bohrloch sollte noch im Laufe des Tages stabilisiert werden. Ein Krisenstab will in den nächsten Tagen entscheiden, ob und wie es mit dem Erdwärme-Projekt weitergehen kann. Nach Angaben der Schweizer Nachrichtenagentur SDA folgten dem Erdbeben, das vom Bodensee bis ins Appenzellerland spürbar war, bis Sonntagnachmittag 17 schwache Nachbeben.

Was als Auslöser vermutet wird

SDA berichtete unter Berufung auf einen der verantwortlichen Ingenieure, dass am Freitag während der Vorbereitungen für Tests in mehr als 4000 Metern Tiefe überraschend Gas mit hohem Druck in das Bohrloch gelangt war. Als Gegenmaßnahme seien Wasser und eine schwere Bohrspülung in das Loch gepumpt worden, was die Erdstöße ausgelöst haben könnte.

Quelle: DPA