Hohe Effizienzverluste

Geologe: CO2-Speicherung ist noch nicht praxistauglich

Mit der unterirdischen CO2-Speicherung könnten Kraftwerke künftig deutlich sauberer Strom produzieren. Allerdings sei die Technik im Moment noch nicht effizient genug, um in der Energieerzeugung eingesetzt zu werden, sagte der Leiter des Forschungs- und Entwicklungsprogramms Geotechnologien des Bundesforschungsministeriums, Ludwig Stroink.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Potsdam (ddp-lbg/sm) - Aufwendig ist dem Geologen zufolge insbesondere die Abspaltung des Kohlendioxids aus den Kraftwerksdämpfen, bevor es beispielsweise mit Pipelines in tiefe Erdschichten geleitet wird. Die Abspaltung sei nicht nur teuer, sondern auch mit einem "erheblichen Effizienzverlust" für den Energiegewinnungsprozess des Kraftwerks verbunden. Bei einer Anwendung des derzeitigen Stands der Technik "würde der Strompreis steigen", sagte Stroink. Über genaue Zahlen wolle er nicht mutmaßen, einige Forscher sprächen aber von 80 Prozent höheren Stromkosten.

Ebenfalls nicht vollends anwendungstauglich ist laut Stroink die Technik zur unterirdischen Speicherung des Kohlendioxids. Es werde noch an Überwachungstechnologien gearbeitet, um sicher nachzuweisen, dass das Treibhausgas nach seiner Injizierung in tiefe Erdschichten auch dort bleibe und nicht in die Atmosphäre gelange. "Norwegen ist da viel weiter", betonte der Geologe. Die Skandinavier injizierten bereits seit zehn Jahren erfolgreich Kohlendioxid in den Boden unter der Nordsee.

Auf einer Testanlage im brandenburgischen Ketzin ist am Montag mit der Injektion des Treibhausgases in tiefe Gesteinsschichten begonnen worden. Insgesamt sollen dort rund 60.000 Tonnen Kohlendioxid unter die Erde gepumpt werden. Stroink erwartete von dem Projekt "sehr gute Ergebnisse" und zeigte sich optimistisch, dass die Technologie bis 2015 anwendungsreif ist.