Schlecht vorbereitet

"Geo": Anfälligkeit der Stromversorger seit langem bekannt

Bei größeren Wetterkapriolen drohen in Deutschland offenbar tagelange Stromnetz-Ausfälle. Die Anfälligkeit deutscher Energieversorgung für Wetterkatastrophen sei den Behörden nicht erst seit dem Stromchaos nach Schneefällen im Münsterland bekannt, berichtet das Magazin "Geo" in seiner Januarausgabe.

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com

Hamburg (ddp/sm) - Bereits bei der Katastrophenübung "Lükex" im November 2004 seien gravierende Schwächen in der Stromversorgung deutlich geworden. Den Planspielen zufolge wäre es in Süddeutschland nach einem Wintersturm zu tagelangen Netzausfällen gekommen.

Experten kritisieren in dem Bericht erhebliche Mängel im Umgang mit den Desaster-Szenarien. "Der Katastrophenschutz in Deutschland ist eine Katastrophe", sagte der Leiter der Katastrophenforschungsstelle an der Universität Kiel Wolf Dombrowsky. "Es gibt einen Wirrwarr an Zuständigkeiten, wenig Kooperation und keine Koordination."

Auf ein katastrophales Großereignis wäre Deutschland dem Bericht zufolge nur unzureichend vorbereitet. Bei einem Desaster in der Größenordnung des Hurrikans "Katrina", der im September 2005 die US-Stadt New Orleans verwüstete, "hätte Deutschland noch viel schlechter ausgesehen", sagte Dombrowsky. Dabei steige die Bedrohung durch Wetterkatastrophen seit Jahren kontinuierlich an, wie Studien der Münchener Rückversicherung zeigten.