Projektbeginn

Genehmigungsverfahren für Ostseepipeline gestartet

Für die geplante Ostseepipeline von Russland nach Deutschland ist am Dienstag das internationale Genehmigungsverfahren gestartet. Dazu seien den zuständigen Behörden der betroffenen Ostseeanrainerstaaten die Projektunterlagen übergeben worden, teilte die Nord Stream AG in Zug (Schweiz) mit.

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com

Zug/Lubmin (ddp-nrd/sm) - Die geplante, rund 1200 Kilometer lange Leitung soll durch die ausschließlichen Wirtschaftszonen und Territorialgewässer von Dänemark, Deutschland, Finnland, Russland und Schweden verlegt werden. Über Details des Projekts sollen auch die Behörden in Estland, Lettland, Litauen und Polen unterrichtet werden.

In den eingereichten Projektinformation würden technische Aspekte und mögliche Umwelteinflüsse der Pipeline beschrieben, sagte Unternehmenssprecher Jens Müller. Sie stellten somit die Grundlage für den Start der Umweltverträglichkeitsprüfungen dar. Diesem Schritt werde sich die Beteiligung der Öffentlichkeit in den Ländern entsprechend der jeweiligen nationalen Gesetzgebung anschließen.

Die Ostseepipeline soll die russische Ostseeküste bei der Stadt Wyborg mit der deutschen Ostseeküste in Lubmin bei Greifswald verbinden. Sie soll im Jahre 2010 mit zunächst einem Leitungsstrang mit einer jährlichen Transportkapazität von rund 27,5 Milliarden Kubikmetern Erdgas in Betrieb gehen. In einer zweiten Phase wird die Transportkapazität mit einem zweiten Leitungsstrang auf rund 55 Milliarden Kubikmeter pro Jahr verdoppelt.

Die Planungen für den Bau befinden sich nach Angaben der Projektanten bereits im Endstadium. Der Beginn der Bauarbeiten ist für das dritte Quartal 2008 geplant. Demnach soll die Trasse von einer Verdichterstation an der Bucht von Portovaya in der Nähe der russischen Stadt Vyborg zum Synergiepark Lubmin bei Greifswald (Vorpommern) führen. Die Trassenlänge in deutschen Territorialgewässern beträgt rund 45 Kilometer.

Für die zwei Leitungsstränge mit Durchmessern von 1,22 Metern soll am Meeresgrund ein bis zu 150 Meter breiter Trassengraben ausgehoben werden. Schutzgebiete, Militärzonen, wichtige Schifffahrtswege sowie wirtschaftlich und touristisch wichtige Sondergebiete sollen weitgehend umgangen werden. Der erste Strang soll 2010 in Betrieb gehen und jährlich rund 27,5 Milliarden Kubikmeter Gas von Nordrusslands Feldern nach Mitteleuropa leiten. Zwei Jahre später soll mit der Inbetriebnahme des zweiten Strangs eine Jahreskapazität von 55 Milliarden Kubikmeter Gas erreicht werden.

Während auf dem russischen Festland bereits im Herbst 2005 mit dem Bau der Pipeline begonnen wurde, befindet sich der deutsche Abschnitt derzeit noch in der Planungsphase.

Die Pipeline wird mit einem Rohrverlegungsschiff installiert. Dabei werden jeweils zwölf Meter lange Rohrsegmente an Bord zu einem durchgängigen Strang verschweißt und anschließend über das Schiffsheck auf den Meeresgrund versenkt. Pro Tag sollen zwei bis fünf Kilometer Rohr verlegt werden. Die Pipeline ist für einen etwa 50-jährigen Betrieb konzipiert.

Die derzeit 70 Mitarbeiter zählende Nord Stream AG wurde im Dezember 2005 gegründet, um Machbarkeitsanalysen zu erstellen. An dem Unternehmen sind der russische Gazprom-Konzern mit 51 Prozent sowie die deutschen Unternehmen BASF und E.ON mit jeweils 24,5 Prozent beteiligt.

Von Ralph Sommer

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