Kompromiss

Genehmigung für Windstromleitung durchs Wattenmeer

Der Streit um die Kabelanbindung von künftigen Offshore-Windparks durch das schleswig-holsteinische Wattenmeer ist mit einem Kompromiss beendet worden. Die TenneT Offshore GmbH erhielt die naturschutzrechtliche Genehmigung für das Projekt, wie Umweltministerin Juliane Rumpf am Dienstag in Kiel mitteilte.

Stromtarife© Andre Bonn / Fotolia.com

Kiel (dapd/red) - "Es ist uns gelungen, den oft schwierigen Konflikt zwischen den Zielen des Klimaschutzes und den Anliegen des Naturschutzes aufzulösen", sagte die CDU-Politikerin und lobte die Kooperationsbereitschaft der Umweltverbände. Statt über ursprünglich geplante zwölf Kabelsysteme wird der erzeugte Windkraft Ökostrom nun durch höchstens vier Kabel an Land geleitet.

Der Vorsitzende des Landesnaturschutzverbandes, Volkher Looft, zeigte sich erleichtert, dass es gelungen sei, die Belastungen für den Nationalpark Wattenmeer auf ein Minimum zu reduzieren. Der Leiter des Wattenmeerbüros beim WWF, Hans-Ulrich Rösner, sagte: "Weniger Kabel und nur noch eine Trasse, das ist für den Nationalpark immer noch ein sehr schmerzlicher Eingriff, aber als Kompromiss für die Zukunft der Energieversorgung notwendig." Rainer Schulz von der Schutzstation Wattenmeer mahnte, der Nationalpark sei als Weltnaturerbe in seiner ökologischen Bedeutung weltweit einzigartig. Eingriffe zur Weiterleitung der Windkraft dürften dieses Gebiet nicht schädigen "und müssen die Ausnahme bleiben".