Grünes Licht

Genehmigung für Gasgroßkraftwerk bei Greifswald erteilt

Bis September 2007 wird am Standort des ehemaligen DDR-Kernkraftwerks bei Greifswald ein Gaskraftwerk errichtet. Das Hamburger Unternehmen Concord Power will im Herbst mit dem Bau sowohl des Gas- und Dampfturbinen-Kraftwerkes als auch einer Erdgaspipeline aus dem Raum Bernau beginnen.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Greifswald (ddp-nrd/sm) - Am Standort des ehemaligen DDR-Kernkraftwerkes bei Greifswald entsteht ein Gaskraftwerk der Concord Power Lubmin GmbH. Die Genehmigungsbescheide des Staatlichen Amtes für Umwelt und Natur Ueckermünde (StAUN) liegen derzeit im Amt Lubmin zur Einsichtnahme aus. Damit sind alle rechtlichen Hindernisse für den Bau des Kraftwerks ausgeräumt.

Das Hamburger Unternehmen Concord Power will nach Angaben von Geschäftsführer Heiko von Tschischwitz im Herbst mit dem Bau sowohl des Gas- und Dampfturbinen-Kraftwerkes als auch einer Erdgaspipeline aus dem Raum Bernau beginnen. Seit 2003 steht mit der Siemens Power Generation der Generalauftragnehmer für das Kraftwerk fest. Der erste von drei Kraftwerksblöcken soll im Dezember 2006 in Betrieb gehen.

Im Kraftwerk mit einer Leistung von 1290 Megawatt sollen etwa 50 Mitarbeiter beschäftigt sowie ein Technikerausbildungszentrum mit 20 Plätzen unterhalten werden. Im vor- und nachgelagerten Bereich wird mit weiteren 150 Arbeitsplätzen gerechnet. Das Schweriner Wirtschaftsministerium erwartet darüber hinaus vom Kraftwerk eine Initialzündung für die Ansiedlung energieintensiver Industriebetriebe auf der Brachfläche des Kernkraftwerkes, das seit 1995 zurückgebaut wird. Dazu besteht bereits Baurecht für über 100 Hektar auf dem Grundstück der bundeseigenen Energiewerke Nord GmbH.

Mit Verweis auf das besondere öffentliche Interesse am Kraftwerk hat das StAUN die sofortige Vollziehbarkeit angeordnet. Eventuelle Klagen gegen die Genehmigung haben damit keine aufschiebende Wirkung. Aufgrund der Lage unmittelbar an der Grenze eines der wichtigsten Europäischen Vogelschutz- und FFH-Gebietes des Landes hatten Naturschützer mehrfach gegen die erste Teilgenehmigung aus dem Jahr 2000 geklagt. Das Kraftwerk muss jedoch bis zum 10. September 2007 am Netz sein, um fünf Jahre von der Mineralölsteuer befreit zu werden.

2004 hatte das Bergamt Stralsund das Planfeststellungsverfahren zur Pipeline abgeschlossen, die mit der Schorfheide und dem Peenetal sensible Schutzgebiete in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern durchqueren wird.