Neun-Monats-Zahlen

Gegenwind für Nordex

Der Rostocker Windenergieanlagenbauer Nordex, dessen amtierender Vorstandsvorsitzender Ende August von seinem Amt zurückgetreten war, hat auch im dritten Quartal einen Verlust bilanziert. Grund: Das durch Projektverschiebungen stark rückläufige Neugeschäft. Die Rückkehr in die Gewinnzone ist aber für das Geschäftsjahr 2004/05 geplant.

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com

Die derzeitige Flaute in der Windenergiebranche bekommt auch der Rostocker Windanlagenbauer Nordex zu spüren: Auch im dritten Quartal hat das Unternehmen operative Verluste geschrieben. Als Grund gab Nordex heute bei der Vorstellung der Quartalszahlen das durch Projektverschiebungen stark rückläufige Neugeschäft an. Vorstandschef Stefan Klebert war Ende August aus persönlichen Gründen von seinem Posten zurückgetreten.

Mit einer Gesamtleistung von knapp 206 Millionen Euro erreichte die Gesellschaft in den ersten neun Monaten weitgehend die interne Planung, lag jedoch um knapp 30 Prozent unter Vorjahresniveau (299 Millionen Euro). Der Auftragseingang im Berichtszeitraum betrug knapp 118 Millionen Euro. Aufgrund nochmals verschärfter interner Regeln bei der Buchung von neuen Aufträgen sei ein direkter Vergleich mit den im Vorjahreszeitraum berichteten 330 Millionen Euro Neugeschäft aber nur eingeschränkt möglich. So bucht das Unternehmen seit Anfang des Jahres 2003 nur noch solche Kaufverträge als Auftragseingang, für die der Kunde eine gesicherte Finanzierung nachweisen kann. Insbesondere die Finanzierung von deutschen Windparkprojekten habe sich durch lange Bearbeitungszeiten bei Kreditinstituten deutlich verzögert.

Der mit fast 36 Millionen Euro schwache Umsatz im dritten Quartal führte zu einer weiteren Belastung des operativen Ergebnisses von 20,1 Millionen Euro. Der Verlust beträgt somit nach neun Monaten 48,9 Millionen Euro. Er sei vor allem wegen nicht gedeckter Fixkosten und unkalkuliert hoher Aufwendungen bei der Realisierung einzelner Windparks entstanden, heißt es aus dem Unternehmen. Zudem hätte das Unternehmen weitere Rückstellungen in Höhe von 6,6 Millionen Euro gebildet, im Wesentlichen für erwartete Forderungsausfälle.

Das im Frühjahr eingeleitete Restrukturierungsprogramm, das Nordex mit Unterstützung der Unternehmensberatung Roland Berger durchführt, soll die Ursachen für die Verluste beseitigen. Wesentliche Eckpunkte sind die Reorganisation der Geschäftsprozesse sowie umfassende Kostensenkungen. Um das Geschäftsvolumen wieder auszuweiten, wurde zudem eine Neuausrichtung des Unternehmens eingeleitet. Im Mittelpunkt der Maßnahmen steht eine Fokussierung auf Schlüsselmärkte und umsatzstarke Produkte.

Für das vierte Quartal rechnet Nordex mit einem weiteren operativen Verlust, insdesamt wird ein Umsatzvolumen von knapp 230 Millionen Euro erwartet. Im Geschäftsjahr 2003/04 soll dann eine deutliche Ergebnisverbesserung erzielt werden, die Rückkehr in die Gewinnzone ist für das Geschäftsjahr 2004/05 geplant.