Gegenstrom von Waschbär macht Atomkraftwerke überflüssig

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Der Freiburger Umweltversand Waschbär hat der rot-grünen Koalition in Berlin eine ungewöhnliche Wette angeboten. Dabei wettet das Unternehmen, dass es ihm gelingt, noch vor der Bundesregierung die Voraussetzungen zum Abschalten eines Atomkraftwerkes zu schaffen. "Während die Politiker über lange Ausstiegsszenarien verhandeln, wollen wir sofort handeln", sagte Initiator Leo Pröstler gestern auf einer Pressekonferenz. Pröstler ist Geschäftsführer des Umweltversandes Waschbär und war zuvor Geschäftsführer des Öko-Instituts in Freiburg. Zur "Initialzündung" wurden 500.000 Haushalte ausgewählt. Jedem Haushalt wird ein kostenloses Einspar-Kraftwerkspaket, das "E-Paket" angeboten.


Anhand von fünf Bausteinen soll es jedem Haushalt so einfach wie möglich gemacht werden, seinen Beitrag zum Gegenstrom zu leisten. "Denkmal" lautet der erste Baustein, mit dem die jüngsten Entwicklungen auf dem Strommarkt angesprochen werden. "Stromkunden werden derzeit stark verunsichert und mit scheinheiligen Angeboten gelockt", so Pröstler. Stattdessen bietet der Denk- Baustein sachliche Informationen an. Im E-Paket folgt dann der Baustein "Einsparkraftwerk". Dazu gehört eine Checkliste für den Haushalt. Die ganze Familie kann damit einfach Stromfresser aufspüren. Für diese werden dann zum Beispiel verschiedene Stromsparprodukte als umweltfreundliche Alternativen angeboten. Dazu gehört beispielsweise eine Energiesparlampe. Wie sehr das Sprichwort "Kleinvieh macht auch Mist" auch beim Stromverbrauch zutreffe, könne man beispielsweise an den häufig anzutreffenden Stand-by-Funktionen bei Fernsehern, Hi-Fi-Anlagen und anderen elektrischen Geräten aufzeigen. Diese stromfressende Bereitschaft kann durch ein Vorschaltgerät umgangen werden. "Wenn wir die vielen roten Stand-by-Lämpchen abschalten würden, könnten wir bereits ein Atomkraftwerk einsparen", rechnete Pröstler vor.


Der nächste Baustein im E-Paket ist ganz dem "Gegenstrom" gewidmet. Für den tatsächlich notwendigen Reststrom, den ein Haushalt benötigt, hat Waschbär nach strenger Prüfung des Strommarktes zwei Anbieter ausgewählt, die dem Stromkunden garantieren, die Stromnachfrage ausschließlich mit erneuerbaren Energiequellen und mit Kraft-Wärme-Kopplung zu decken. Das sind zum einem die Elektrizitätswerke Schönau ("Stromrebellen") und zum anderen die Naturstrom AG.


Noch schneller soll die Gegenstrom-Kampagne durch den vorletzten Baustein, der "Kettenreaktion" zum Erfolg führen. Jeder Haushalt wird aufgefordert, fünf weitere Stromverbraucher zum Mitmachen zu gewinnen. Durch eine solche Lawine würden bundesweit Stromfresser ausgerottet und ein starker Impuls für alternative Energieformen gegeben. Am Ende stünde dann der letzte Baustein des E-Pakets, das "Abschalten".


Das E-Paket wurde von Leo Pröstler in Zusammenarbeit mit dem wissenschaftlichen Berater Dieter Seifried entwickelt und kann unter 0180-5827270 von jedem Haushalt unentgeltlich bei Waschbär angefordert werden. Gegenstrom wird unter anderem vom Unternehmensverband Unternehmensgrün, vom Umweltverband Naturschutzbund (NABU) sowie vom Deutschen Naturschutzring (DNR) unterstützt, dem Dachverband der deutschen Natur- und Umweltschutzverbände.


"Stromsparen macht bei uns Spaß", so Pröstler, der auf die zahlreichen Möglichkeiten verwies, die in einer speziell von Waschbär entwickelten Informationsbroschüre zusammengestellt wurden. "Ein angenehmer Nebeneffekt" sei das je Haushalt mögliche Einsparpotential von ein- bis dreihundert Mark jährlich. Der Verbraucher könne seine Stromrechnung verringern und für den tatsächlich im Haushalt notwendigen Reststrom biete Gegenstrom umweltfreundliche Alternativen an.