Dämmung

Gebäudesanierung: Die Schwachstelle Fenster

Die Fenster sind oft die Schwachstelle in der Energiebilanz einer Immobilie. Das betreffe nicht nur die ganz alten Einscheiben-Verglasungen, sondern auch ältere Isolierglasfenster, so Experten. Erneut wurde der Ruf laut nach einer stärkeren staatlichen Förderung für die Sanierung älterer Häuser.

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (dapd/red) - Rund ein Drittel der vor 1970 gebauten Häuser in Deutschland sind noch mit Einscheiben-Verglasungen ausgerüstet. Auch ältere Isolierglasfenster entsprechen nicht mehr dem aktuellen Stand der Technik mit den heute möglichen geringen Wärmedurchgangswerten, informiert die Fördergesellschaft Holzbau und Ausbau.

Die Schwachstellen erkennen

Um die Energiesituation des Eigenheims nachhaltig zu verbessern, empfiehlt sie, zunächst eine Bestandsaufnahme zu machen und zusammen mit einem Fachmann einen Modernisierungsplan zu entwerfen. Er kann beurteilen, wo die größten Schwachstellen sitzen, ein Konzept für die Sanierung entwickeln und entsprechende Prioritäten in der Planung setzen. Es sei auch ratsam, sich vom Fachmann gleich die Amortisation der geplanten Maßnahmen berechnen zu lassen. Zudem sei es in vielen Fällen sinnvoll, zusammen mit dem Einbau hoch isolierender Fenster die Hausfassade zu dämmen, meinen die Experten.

Am Montag hatte die neu gegründete "Allianz für Gebäude-Energie-Effizenz" eine stärkere staatliche Förderung der energetischen Sanierung älterer Bauten gefordert. Nur so sei die geplante Energiewende möglich, sagten Vertreter von Handwerk, Industrie und Forschung bei der Vorstellung des Bündnisses in Berlin. "Die Bundesregierung vernachlässigt die Förderung im Bereich Gebäudesanierung sträflich", kritisierte Stephan Kohler, Geschäftsführer der Deutschen Energie-Agentur (dena).

Alte Gebäude verschlingen hohe Kosten

Vierzig Prozent des gesamten deutschen Energieverbrauchs verursacht nach Aussage von Kohler das Heizen und Kühlen von Gebäuden. Dabei könne man, indem man Bauten energieeffizent saniere, in den nächsten zehn Jahren bis zu zwanzig Prozent Erdgas und Heizöl sparen. Das entspräche in etwa zwei Drittel der in deutschen Kernkraftwerken erzeugten Strommenge.