Kritik

GdW: Bürokratie behindert Energiesparen zugunsten der Mieter

Aus Sicht des Bundesverbandes deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen haben gerade solche Eigentümer, die auf Energieeffizienz und Nebenkostendämpfung setzen, immer wieder mit bürokratischen Hürden zu kämpfen. Das sei nicht im Sinne der Mieter, so der GdW.

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Berlin (ddp/sm) - Die deutschen Wohnungsunternehmen fühlen sich in ihrem Bestreben, zugunsten ihrer Mieter Energie einzusparen, durch staatliche Vorgaben behindert. "Unternehmen, die ihr Engagement im Bereich der Energieeffizienzsteigerung und damit Nebenkostendämpfung für die Mieter weiter ausbauen wollen, scheitern in der Praxis oftmals an bürokratischen Hürden", sagte der Präsident des Bundesverbandes deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen (GdW), Lutz Freitag, am Dienstag in Berlin.

Der Verband fordert die Politik daher auf, "unverhältnismäßig hohe Anforderungen" etwa im Ankündigungsverfahren von energetischen Modernisierungsmaßnahmen zu beseitigen. Ebenso sollten Eigentümer eigenständig über die Vergabe von Energiedienstleistungen an Dritte, das so genannte Wärme-Contracting, entscheiden können, wenn die Mieter dadurch wirtschaftlich nicht schlechter gestellt werden. "Zur Kostenentlastung ihrer Mieterinnen und Mieter werden die Wohnungsunternehmen im GdW aber auch verstärkt Wege der Nachfragebündelung bei der Energieversorgung prüfen", sagte Freitag.

Laut GdW sind die warmen Wohnnebenkosten in den Jahren 2000 bis 2006 um 53 Prozent angestiegen. Im gleichen Zeitraum stiegen die Nettokaltmieten lediglich um sieben Prozent. Vor diesem Hintergrund spielten Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz von Gebäuden bei den Investitionsentscheidungen der Wohnungsunternehmen eine zentrale Rolle. Seit 1990 sei über die Hälfte der Wohnungen im GdW-Bereich teilweise oder vollständig energetisch modernisiert worden.

Der GdW vertritt 3200 Unternehmen der Wohnungswirtschaft, die in 14 Mitgliedsverbänden organisiert sind.