Umsatzplus

Gazprom will in Deutschland investieren und rechnet steigenden Gaspreisen (Upd.)

Der russische Erdgasmonopolist Gazprom konnte im vergangenen Jahr seinen Umsatz um 87 Prozent steigern. In den nächsten Jahren will das Unternehmen auch in Deutschland investieren, aber nicht - wie bislang spekuliert - in den Endkunden-Markt. Für die Zukunft rechnet der Konzern mit weiter steigenden Gaspreisen.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (ddp/sm) - Auch wenn es kurzfristig durchaus zu leichteren Rückgängen der Gaspreise kommen könne - "in der Tendenz" sei auch in Zukunft mit einem Preisauftrieb zu rechnen, sagte der Geschäftsführer der deutschen Gazprom-Tochter Gazprom Germania, Hans-Joachim Gornig, am Dienstag in Berlin. Grund für ein weiteres Anziehen seien die stark wachsenden asiatischen Märkte und der eher steigende Ölpreis.

Im vergangenen Jahr legten die Gaspreise den Angaben zufolge um rund 50 Prozent zu. Das habe Gazprom Germania zu einem deutlichen Ergebnisplus verholfen, sagte Gornig. Bei einem um 87 Prozent auf 6,15 Milliarden Euro gestiegenen Umsatz hat sich das Jahresergebnis dem Unternehmen zufolge auf 383,5 Millionen Euro mehr als verdoppelt. Der Erdgasabsatz sei um 37,5 Prozent auf 395 Milliarden Kilowattstunden (kWh) gestiegen.

Investitionen in Deutschland

In den Ausbau der eigenen Explorations- und Erdgasspeicherkapazitäten in Deutschland wolle Gazprom bis 2020 rund drei Milliarden Euro investieren. An einem Einstieg in den deutschen Endkunden-Markt sei man aber nicht mehr interessiert. Entsprechende Überlegungen seien "erst einmal auf Eis gelegt", betonte Gornig. Dies gelte insbesondere für das bisherige Interesse von Gazprom an deutschen Stadtwerken.

Gornig begründete die Entscheidung mit den derzeitigen politischen Diskussionen in der Energiewirtschaft, vor allem im Bereich der Regulierung. "Wir haben die Sorge, dass wir erst investieren und uns dann enteignen lassen", sagte er. Die derzeitige politische Diskussion habe das Unternehmen als Investor verunsichert. Sollte es hier wieder Klarheit geben, könne es durchaus sein, dass auch das Endkunden-Thema in Deutschland wieder auf die Tagesordnung komme.

In den vergangenen Monaten war wiederholt über einen Einstieg des Gazprom-Konzerns, der unter anderem vom früheren Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) beraten wird, spekuliert worden. Neben Stadtwerken stand dabei unter anderem auch der RWE-Konzern im Blickpunkt.