Kooperation

Gazprom und Rosneft vereinbaren Zusammenarbeit

Zwei Konkurrenten schmieden eine Allianz: die russischen Staatskonzerne Gazprom und Rosneft haben eine Zusammenarbeit bei künftigen in- und ausländischen Energieprojekten vereinbart. Damit dürften die Chancen nichtrussischer Unternehmen am russischen Energiemarkt weiter sinken.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Hamburg (red) - Nach einem Bericht der "Financial Times Deutschland" (FTD) haben die Vorstände beide Konzerne, Alexej Miller und Sergej Bogdantschikow, einen entsprechenden Vertrag unterzeichnet. In den nächsten Tagen soll ein ähnliches Abkommen zwischen Gazprom und dem größtem russischen Ölkonzern Lukoil geschlossen werden.

"Der Bedarf an Partnerschaften mit ausländischen Unternehmen sinkt", zitiert das Blatt einen Analysten. "Gasprom und Rosneft arbeiten zusammen, als hätten sie fusioniert, verbunden über den Staat als Eigner."

Vereinbart wurden dem Bericht zufolge vor allem eine Zusammenarbeit im Erdgasgeschäft: Gazprom kauft unter anderem das gesamte Gas, das von Posneft in Westsibirien gefördert wird. Damit kann Gazprom seine Versorgungsengpässe ausgleichen und den wachsenden europäischen Markt bedienen. Eine weitere Zusammenarbeit ist im Ölmarkt vorgesehen.

Wie die FTD weiter berichtet, platzte eine Fusion beider Unternehmen im Jahr 2005. Zudem konkurrierten sie beim Aufkauf der Überreste des zerschlagenen Ölkonzerns Yukos. Dazu kommen politische Rivalitäteten: Aufsichtsratschef von Gazprom ist Vizeministerpräsident Dimitri Medwedjew, Kreml-Verwaltungschef Igor Sechin wiederum amtiert als oberster Kontrolleur von Rosneft.

Westliche Energiekonzerne wie Shell, Exxon Mobil oder BP stehen in Russland seit geraumer Zeit unter Druck von staatlicher Seite, so die FTD. Die Regierung in Moskau versuche ihren Einfluss auf die russische Öl- und Gaswirtschaft durch die Beteiligung an westlichen Großprojekten im Land auszubauen. Die neue Allianz wird die Situation für ausländische Interessenten weiter erschweren.

Weiterführende Links