Rückzug

Gazprom stoppt Investitionen in Deutschland

Der russische Energie-Gigant Gazprom will offenbar zunächst nicht auf dem deutschen Markt einsteigen, nachdem noch vor kurzem ein erhöhtes Interesse bekundet worden war. Der Konzern begründete die Kehrtwende in erster Linie mit den regulatorischen Bedingungen.

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Berlin (ddp/sm) - Der russische Energiekonzern Gazprom hat seine Investitionspläne für Deutschland wegen unsicherer politischer Rahmenbedingungen auf Eis gelegt. "Unser Interesse, in Deutschland zu investieren, ist im Augenblick außerordentlich begrenzt", sagte der Geschäftsführer von Gazprom Germania, Hans-Joachim Gornig, dem Berliner "Tagesspiegel" (Montagausgabe). So spreche Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) etwa davon, "den Unternehmen ihre Strom- und Gasnetze wegzunehmen", kritisierte Gornig. "Im Marxschen Sinne ist das eine glatte Enteignung", betonte Gornig. Das verunsichere jeden Investor.

Gazprom hatte vor einem Jahr Investitionen im großen Stil angekündigt. Geplant war auch der Kauf deutscher Stadtwerke, um so näher an die Endkunden heranzukommen. Gornig zufolge erhielt Gazprom seitdem "laufend Angebote von Stadtwerken, die möchten, dass wir uns mit ihnen beschäftigen". Solange aber nicht klar sei, was die Politik wolle, stehe das Thema für Gazprom nicht mehr auf der Tagesordnung.