"Größter Erdgasspeicher Europas"

Gazprom startet Probebohrung für Erdgas in Mecklenburg-Vorpommern

Nach den E.ON und EWE plant auch der russische Energiekonzern Gazprom den Bau unterirdischer Erdgasspeicher in Mecklenburg-Vorpommern. Die deutsche Konzerntochter Germania startete am Dienstag im Müritzkreis eine erste Tiefenbohrung für den nach Firmenangaben künftig größten Erdgasspeicher Europas.

Netzausbau© Günter Menzl / Fotolia.com

Waren (ddp-nrd/sm) - In den nächsten zwei Monaten werde die Mittenwalder Spezialfirma UGS bei Hinrichshagen eine Erkundungsbohrung in eine fast 700 Meter tiefe, poröse Sandsteinformation treiben, sagte Gazprom-Projektleiter Maik Mattheis. Das erste Gas aus der geplanten deutsch-russischen Ostseepipeline soll voraussichtlich ab 2011 einlagert werden. Im Endausbau soll das Lager ein Fassungsvermögen von bis zu fünf Milliarden Kubikmetern Gas erreichen, eine Menge, die etwa fünf Prozent des gegenwärtigen deutschen Jahresverbrauchs entspricht.

Den Plänen zufolge sind in diesem Jahr zwei weitere Bohrtests in maximal 600 Metern Entfernung vom gegenwärtigen Untersuchungsstandort vorgesehen. Geplant sind darüber hinaus im Herbst umfangreiche seismische Untersuchungen mit Schallwellen ausstrahlenden Vibrationsfahrzeugen. Insgesamt investiert Gazprom rund 20 Millionen Euro in die Erstellung eines dreidimensionalen Untergrundmodells. Die Entscheidung zum Bau des rund 400 Millionen Euro kostenden Speichers soll Anfang 2009 fallen.

Die Gasdepots sind vorrangig als Sicherheitsreserve sowie zum Ausgleich saisonaler Bedarfsschwankungen vorgesehen. Bei Kraak südlich von Schwerin betreibt E.ON Hanse bereits drei unterirdische Speicher. Einen weiteren Speicher will EWE im Salzstock Moeckow bei Züssow errichten. Nach Angaben des Bergamtes in Stralsund liegen inzwischen weitere Anfragen von Investoren vor, die nach der Fertigstellung der Nord-Stream-Leitung durch die Ostsee in Salzstöcken Kavernen aussolen wollen. Nach früheren Voruntersuchungen eigneten sich dafür unter anderem Salzformationen bei Wesenberg sowie Rostock-Freesendorf, sagte der zuständige Dezernent Thomas Triller.