Verhandlungen

Gazprom soll bei E.ON-Kraftwerken einsteigen

Gazprom könnte sich schon bald an verschiedenen europäischen Kraftwerken von E.ON beteiligen. Bei den Verhandlungen im Zusammenhang mit dem Einstieg E.ONs beim sibirischen Gasfeld Jushno Russkoje seien entsprechende "Fortschritte" erzielt worden, teilten beide Unternehmen mit.

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Düsseldorf (ddp-nrw/sm) - Im Gespräch seien Kraftwerksprojekte und Gasspeicher in West- und Zentraleuropa. Weitere Details wurden nicht genannt. E.ON und Gazprom verhandeln bereits seit über zwei Jahren über Jushno Russkoje. Der Düsseldorfer Konzern will sich ebenso wie die BASF-Tochter Wintershall mit 25 Prozent an dem westsibirischen Gasfeld beteiligen und hatte mit Gazprom bereits im Sommer 2006 eine entsprechende Rahmenvereinbarung unterzeichnet. Die endgültige Einigung sollte eigentlich schon Ende vergangenen Jahres geschlossen werden.

Ursprünglich war vereinbart worden, dass der russische Konzern von E.ON Beteiligungen in Ungarn erhalten sollte. Gazprom hatte allerdings Änderungen verlangt, weil sich der ungarische Markt nicht wie erwartet entwickelt hatte. E.ON hatte vor einigen Monaten bereits bestätigt, dass in der Zwischenzeit auch über die Beteiligung von Gazprom an E.ON-Gaskraftwerken in Großbritannien nachgedacht wird.

Jushno Russkoje verfügt über Gasreserven von mehr als 700 Milliarden Kubikmetern und zählt damit zu den größten Gasfeldern der Welt. Die Jahresförderung wird bis zu 25 Milliarden Kubikmeter betragen - eine Gasmenge, die dem jährlichen Verbrauch von mehr als zehn Millionen Haushalten entspricht. E.ON kann mit der Beteiligung an Jushno Russkoje ihren Gasbezug aus eigenen Quellen auf rund 15 Prozent erhöhen.