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GasstreitGazprom hat die EU zur Überwachung des russischen Gas-Transits durch die Ukraine nach Europa aufgefordert. Dem Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) zufolge gelangen trotz des Gasstreits derzeit die vertraglich bestellten Mengen nach Deutschland.
Moskau/Berlin (AFP/ddp/sm) -
Da der ukrainische Staatskonzern Naftogaz Gazprom nicht selbst eine Überwachung erlaube, habe Gazprom einen Brief an die Europäische Kommission mit der Bitte um eine unabhängige Kontrolle gerichtet, sagte Gazprom-Sprecher Sergej Kuprijanow am Sonntag im russischen Fernsehen. Gleichzeitig versprach der Konzern, sein Liefervolumen zu erhöhen, um die Verluste in der Ukraine zu kompensieren.
Gazprom wirft der Ukraine vor, für europäische Staaten bestimmtes Gas abgezapft zu haben, nachdem Moskau Kiew am Donnerstag den Gashahn zugedreht hatte. Allein in den vergangenen 24 Stunden seien 25 Millionen Kubikmeter gestohlen worden, sagte Kuprijanow.
Jurij Prodan, Energieminister der Ukraine, weißt in einem Interview mit dem Handelblatt die Vorwürfe zurück. Obwohl es bislang keinen neuen Vertrag - auch nicht über den Transit durch die Ukraine - gebe, garantiere die Ukraine den Transit in vollem Umfang. Den Eigenbedarf decke man derzeit aus der eigenen Gasförderung und Gasspeichern.
Nach Angaben des BDEW bewegen sich die Energielieferungen nach Deutschland im "normalen Rahmen", sagte der BDEW-Geschäftsführer Martin Weyand am Sonntag in Berlin. Zugleich verwies er darauf, dass die deutsche Gaswirtschaft Erdgas von zahlreichen Unternehmen aus verschiedenen Ländern beziehe und langfristige Verträge bestünden.
"Wir haben in Deutschland eine Speicherkapazität, die fast einem Viertel des 2007 in Deutschland verbrauchten Erdgases entspricht", sagte Weyand weiter. Damit verfüge die deutsche Gasbranche über das größte Speichervolumen in der EU.
Hintergrund des Gasstreits zwischen beiden Ländern ist der Preis künftiger Gaslieferungen. Moskaus Forderung bedeuten eine Angleichung an westeuropäische Zahlungen, sind aber für die Ukraine mehr als eine Verdoppelung. Die zum Jahreswechsel erfolgte Einstellung der russischen Gaslieferungen an die Ukraine rief auch in Deutschland Besorgnis hervor. Die EU forderte die rasche Fortsetzung der Verhandlungen.
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